Nur leichte Erholung Deutsche Wirtschaft wächst 2021 um 2,7 Prozent

Zu Beginn der Coronapandemie war das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland stark eingebrochen. Im Jahr 2021 stieg die Wirtschaftsleistung zwar wieder – allerdings nicht so deutlich wie erhofft.
Die deutsche Wirtschaft wuchs im vergangenen Jahr wieder

Die deutsche Wirtschaft wuchs im vergangenen Jahr wieder

Foto: Martin Schutt / DPA

Die deutsche Wirtschaftsleistung hat im vergangenen Jahr zugelegt: Das Bruttoinlandsprodukt stieg im Jahr 2021 um 2,7 Prozent, wie aus einer ersten amtlichen Schätzung des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Nach dem Einbruch des BIP um 4,6 Prozent im ersten Jahr der Coronapandemie war mit einem starken Wachstum gerechnet worden. Die Coronakrise bremste die Wirtschaft aber erneut.

Im vergangenen Jahr belasteten Lieferengpässe sowie gestiegene Preise bei Rohstoffen und Energie Firmen und Verbraucher. Die dritte und vierte Coronawelle mit steigenden Inzidenzen dämpften Handel, Tourismus sowie Gastgewerbe und verhinderten eine schnellere Erholung. So schrumpfte die deutsche Wirtschaft im letzten Quartal 2021, wie der Präsident des Statistischen Bundesamts, Georg Thiel, sagte.

Wegen Omikron  schraubten Wirtschaftsforschungsinstitute in den vergangenen Wochen reihenweise ihre Prognosen für dieses Jahr nach unten.

Die Konjunktur soll nun erst ab dem Frühjahr 2022 wieder an Fahrt gewinnen – angeschoben vor allem von der Kauflust der Verbraucher. Unter anderem die Bundesbank geht davon aus, dass die Menschen in Deutschland eine Zeit lang mehr Geld ausgeben werden als vor Corona. Die Kassen vieler Haushalte sind gut gefüllt, etwa weil Reisen gestrichen werden mussten und Freizeitaktivitäten zeitweise eingeschränkt waren.

Volkswirte trauen kräftigeres Wachstum zu

Ökonomen erwarten zudem, dass Unternehmen ab dem Frühjahr wieder mehr investieren werden, wenn es weniger Unsicherheit bezüglich des weiteren Verlaufs der Pandemie gibt. 2022 trauen Volkswirte der deutschen Wirtschaft ein vergleichsweise kräftiges Wachstum zwischen 3,5 Prozent und gut 4 Prozent zu.

Die Lasten der Krise werden Deutschland noch eine Weile zu schaffen machen. Der deutsche Staat hat nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes auch im zweiten Jahr der Pandemie deutlich mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen 2021 bei 4,3 Prozent. 2020 hatte Deutschland mit ebenfalls 4,3 Prozent erstmals seit 2011 wieder ein Haushaltsdefizit verbuchen müssen.

hba/dpa
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