Heizkosten Gaspreise steigen um zehn Prozent in sechs Monaten

Gasversorger in Deutschland drehen kräftig an der Preisschraube: Für viele Verbraucher sind die Heizkosten deshalb binnen kurzer Frist so stark gestiegen wie zuletzt vor zehn Jahren.

DPA


Viele Haushalte in Deutschland müssen mit höheren Ausgaben für Heizung und die Bereitstellung von Warmwasser rechnen - jedenfalls dann, wenn sie mit Erdgas heizen. Der durchschnittliche Gaspreis für private Haushalte ist auf den höchsten Stand seit drei Jahren geklettert.

Umgerechnet auf einen Musterhaushalt mit drei bis vier Personen und einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind die Jahresausgaben zuletzt im Schnitt auf 1263 Euro gestiegen, hat das Vergleichsportal Check24 ausgerechnet. Das Portal Verivox kommt auf 1220 Euro.

Unter dem Strich sind die Kosten für Gas damit binnen einem halben Jahr um fast zehn Prozent gestiegen. Einen ähnlich raschen Preisanstieg hatte es zuletzt 2008 gegeben. Treibender Faktor sind die seit Längerem steigenden Kosten auf dem Weltmarkt. Die Beschaffungspreise der Gasversorger lagen nach Angaben der Vergleichsportale im vergangenen Jahr im Mittel um rund 28 Prozent über dem Vorjahr.

348 Anbieter haben die Preise erhöht

Die Unternehmen geben höhere Einkaufspreise oft nicht sofort, sondern mit Verzögerung an die Kunden weiter, sodass die Trendwende erst jetzt in voller Breite die Verbraucher erreicht. Im laufenden Jahr haben laut Check24 bislang 348 Unternehmen ihre Preise angehoben oder einen solchen Schritt angekündigt, im Durchschnitt um 6,8 Prozent. Verivox hat noch höhere Zahlen ermittelt: 288 Preiserhöhungen zum Jahreswechsel und 80 weitere für die Monate Februar bis Mai, im Schnitt um zehn Prozent.

"Dieser Trend wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen", sagte Valerian Vogel von Verivox. Falls Verbraucher ihren Anbieter wechseln wollen, sollten sie einen Tarif mit einer langen Preisgarantie über den nächsten Winter hinaus vereinbaren, um weiteren Preissteigerungen erst einmal aus dem Weg zu gehen.

Auch wenn die Gaspreise für die Verbraucher also wieder steigen: Sie liegen noch deutlich unter früheren Höchstständen. Vor gut zehn Jahren, im Januar 2009, lagen die Kosten für einen Jahresverbrauch am höchsten. Damals mussten Verbraucher für 20.000 Kilowattstunden 1597 Euro bezahlen, also über 300 Euro mehr als heute. Besonders in den vergangenen fünf Jahren ist der Gaspreis kontinuierlich gefallen und hat zeitweise den vergleichbaren Preis für Heizöl unterschritten.

beb/dpa



insgesamt 22 Beiträge
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schnubbeldu 24.03.2019
1. Solarthermie für ...
... Warmwassererwärmung und als Heizungsunterstützung installieren! Rentiert sich insbesondere bei Häuser mit Dachneigungsausrichtung nach Süden. Für zentrale Warmwassererwärmung wird bei heutigen Neubauten die meiste Gasernergie benötigt.
malcom1 24.03.2019
2. Panikmache oder Wahrheit
Die Angaben kommen von Check24 und Verivox. Wie ist das Geschäftsmodel von Check24 und Verivox? Sie verdienen ihr Geld durch angebliche, neutrale, Preisvergleiche und wollen auf diese Weise ihre Provisionen erhöhen. Um die Leute zu einem Wechsel zu animieren. Deshalb ist auch diese Aussage nicht abdolut zu vertrauen. Rufen Sie Ihren Versorger an und erkundigen Sie sich.
intercooler61 24.03.2019
3. Traumhaft günstig?
Nach Adam Riese wären das 6,3 ct/kWh. Erscheint mir eher günstig im Vergleich zu "umweltfreundlichem" (= lokal emissionsfreien) Netzstrom. Und wie man die 6,3 ct solarthermisch unterbietet (ganzjährig in unseren Breiten, versteht sich), möge Poster #1 doch mal besser vorrechnen.
intercooler61 24.03.2019
4. Traumhaft günstig?
Nach Adam Riese wären das 6,3 ct/kWh. Erscheint mir eher günstig im Vergleich zu "umweltfreundlichem" (= lokal emissionsfreien) Netzstrom. Und wie man die 6,3 ct solarthermisch unterbietet (ganzjährig in unseren Breiten, versteht sich), möge Poster #1 doch mal besser vorrechnen.
conrath 24.03.2019
5. @schnubbeldu
Genau. Und den Rest einspeisen ider kn das E-Auto. Wir din jetzt im 3.Jahr mit PV und Speicher mit Sole -Wärmepumpe kombiniert und kommen bei der Fkatrate (19,99?/Monat) auf Stromkosten für alles: Haus, WW und Heizung im Neubau gut weg: Im letzten Jahr endeten wir mit +120 ? Netto trotz Eigenverbrauchs - Besteuerung im Plus. Zugegeben : Extrem guter Ertrag in 2018 unf natürlich die Abschreibung der Anlage, die such aber dann steuermindernd auswirkt. Ich frage mich oft, warum es so Wenige machen (statt sich einen SUV oder das 2. oder 3. Auto kaufen):-/
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