Städtevergleich Karlsruhe surft doppelt so schnell wie München

Westdeutsche surfen schneller als Ostdeutsche, auf dem Land kostet ein Netzanschluss teils 170 Euro mehr als in der Stadt. Wie schneidet Ihre Region ab? Der Check.
Serverraum in München

Serverraum in München

Foto: Matthias Balk/ dpa

Deutsche Verbraucher surfen mit großen Tempounterschieden. In Karlsruhe ist die Verbindung mit durchschnittlich 70 Megabit pro Sekunde die schnellste. Schlusslicht ist Erfurt mit 31 Megabit pro Sekunde. Das zeigt eine Analyse des unabhängigen Verbraucherportals Verivox , die die Surfgeschwindigkeit in 25 deutschen Großstädten vergleicht und die dem SPIEGEL vorliegt.

Generell werden High-Speed-Verbindungen vor allem im Westen und Südwesten der Republik gebucht, im Osten und Südosten herrschen dagegen langsamere Verbindungen vor. Die großen Tempounterschiede hängen einerseits mit den Präferenzen der Kunden zusammen; andererseits aber auch mit technischen Begrenzungen. In manchen Regionen Deutschlands sind noch keine schnellen Internetverbindungen verfügbar.

Internetnutzer in ländlichen Regionen haben bei der Wahl ihres Anbieters zudem im Schnitt nur eine etwa halb so große Auswahl wie die Nutzer in größeren Städten. In Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt gibt es die größten Unterschiede: Hier stehen Großstädtern jeweils sieben Anbieter mehr zur Verfügung als im Umland. Am geringsten ist der Unterschied im Saarland und in Rheinland-Pfalz.

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Internet-Nutzer auf dem Land zahlen zudem teils heftige Aufpreise für ihre Anschlüsse. "Außerhalb der Großstädte stellt oft nur die Telekom DSL-Leitungen zur Verfügung", sagt Christian Schiele, Experte für Telekommunikation bei Verivox. "Andere Anbieter müssen diese anmieten und geben einen Teil dieser Mehrkosten häufig in Form sogenannter Regio-Zuschläge an die Verbraucher weiter." Aufs Jahr gerechnet betragen die Preisdifferenzen zwischen Stadt und Land bis zu 56 Euro.

Vergleicht man den günstigsten Tarif in der Großstadt mit dem teuersten Kleinstadt-Tarif, so ergibt sich für Schleswig-Holstein sogar ein maximaler Mehrbetrag von mehr als 170 Euro jährlich. In den meisten anderen Bundesländern liegt die Höchstdifferenz bei rund 105 Euro.

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