Umfrage Mieten kosten oft mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens

Mietpreisbremse, Mietendeckel, angedachte Enteignungen: Der rot-rot-grüne Senat in Berlin will die Rechte der Mieter mit aller Macht schützen. Die zahlen zwar viel, so ergab eine Umfrage, sind aber trotzdem meist zufrieden.

Demonstration gegen hohe Mieten in Berlin: Viele finden ihre Miete angemessen
Paul Zinken/DPA

Demonstration gegen hohe Mieten in Berlin: Viele finden ihre Miete angemessen


Jeder zweite Mieter in Deutschland überweist laut einer Umfrage nach eigener Berechnung mehr als 30 Prozent seines Haushaltsnettoeinkommens an den Vermieter. Bei etwa jedem fünften Mieterhaushalt liegt die Belastung demnach bei mehr als 40 Prozent, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Forsa-Umfrage für den Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen ergab.

In derselben Umfrage bezeichneten jedoch gut drei Viertel der Befragten ihre Miete alles in allem als angemessen und zeigten sich mit ihrer Wohnsituation zufrieden. Mieterhöhungen hat es demnach in den vergangenen Jahren vor allem in den großen Städten gegeben.

"Das Bild, das Politik und Öffentlichkeit vom Wohnungsmarkt malen, hat mit der Realität nicht viel gemein", folgerte der Verband aus der Umfrage. Aktuell diskutierte Eingriffe in den Wohnungsmarkt stünden auf tönernen Füßen.

So will beispielsweise der Berliner Senat Mietobergrenzen einführen. Wer mehr als 30 Prozent seines Haushaltsnettoeinkommens bezahlt, soll bei der Stadt eine Senkung beantragen können.

Nach Daten des Statischen Bundesamts mussten die Mieter in Deutschland 2017 für die Miete etwa ein Viertel des Haushaltsnettoeinkommens ausgeben. Der Betrag umfasst Löhne, Gehälter, Vermögenserträge, Kindergeld und Renten aller Haushaltsmitglieder abzüglich der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.

mik/dpa-AFX



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realzezzo 12.09.2019
1.
30% oder 40% wären ja noch schön. Habe am Ende des Monats 1,2k Netto raus und zahle ca. 650? Miete (Hamburg). Mehr als 400? im Monat hab ich nicht für mich zur Verfügung.
meckerkopp_1 12.09.2019
2. Na was denn nun?
50% sagen sie zahlen über 30% des Nettoeinkommens 20% sagen sie zahlen über 40% des Nettoeinkommens Aber das statistische Bundesamt sagt, im Durchschnitt zahlen die Bürger 25% des Nettoeinkommens. Zahlen die übrigen 30% der Bürger gar nichts für ihre Miete und wenn ja, wo bekomme ich solch einen Mietvertrag her?
fx33 12.09.2019
3. Mengenlehre
Zitat von meckerkopp_150% sagen sie zahlen über 30% des Nettoeinkommens 20% sagen sie zahlen über 40% des Nettoeinkommens Aber das statistische Bundesamt sagt, im Durchschnitt zahlen die Bürger 25% des Nettoeinkommens. Zahlen die übrigen 30% der Bürger gar nichts für ihre Miete und wenn ja, wo bekomme ich solch einen Mietvertrag her?
Die 20%, die mehr als 40% ihres Nettoeinkommens für die Miete bezahlten, sind in den 50%, die über 30% bezahlen, doch enthalten, denn 40% ist "über 30%". Es bleiben also noch 50% übrig, und wenn von denen viele weniger als 20% des Einkommens für ihre Miete aufwenden müssen, kann es durchaus zu diesem Durchschnitt von 25% kommen.
remedias.cortes 12.09.2019
4. Geld und Ware
Nicht alle , die eine hohe Miete zahlen, tun das unfreiwillig - mancher möchte eben auch etwas Schönes dafür und gut und gehoben wohnen ist doch ein Stück Lebensqualität. Ich lebe gerne in einem gemieteten Haus mit Terasse in einem Stadtviertel, wo ich auch abends noch alleine spazieren gehen kann - aber es bestände natürlich die Möglichkeit, billiger zu wohnen. Dafür fahre ich eben nicht in Urlaub.
PeterPe 12.09.2019
5. Man sollte schon 1/3 des Nettos fuer eine gute Wohnung uebrig haben
Das war und ist schon immer ein guter Masstab. Bei 4000 Euro Netto ist 1300 Euro Miete im Rahmen.
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