Dioxin-Skandal Niedersachsen hebt Sperre für 3000 Betriebe auf

Der größte Teil der wegen Dioxin-Alarms gesperrten Bauernhöfe darf seine Waren wieder in den Handel bringen: Niedersachsen gab 3000 Höfe frei. Dennoch ist die Affäre nicht ausgestanden. Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner hat Futtermittelhersteller für Montag zum Krisengipfel bestellt.

Hühnereier: Betriebe dürfen Produkte wieder in den Markt bringen
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Hühnereier: Betriebe dürfen Produkte wieder in den Markt bringen


Berlin - Von den bundesweit 4700 gesperrten Bauernhöfen liegt der weitaus größte Teil in Niedersachsen: Mehr als 4400 Betriebe sind in dem Bundesland betroffen. Davon sind nun die allermeisten wieder freigegeben. 3000 Höfe dürfen ihre Produkte ab sofort wieder in den Handel bringen. Derzeit müssten noch 1470 Betriebe gesperrt bleiben, teilte das niedersächsische Agrarministerium am Sonntagabend mit.

Gemeinsam mit landwirtschaftlichen Vertretern sei es gelungen, die Betriebe zu identifizieren, von deren Produkten nach jetzigem Kenntnisstand mit Sicherheit kein Risiko für die Verbraucher ausgehe, sagte Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke (CDU). Auch für die noch nicht freigegebenen Betriebe versprach er rasche Aufklärung. Bereits am Samstag waren alle rund 500 gesperrten Milchviehbetriebe im Land nach aktuellen Untersuchungsergebnissen wieder freigegeben worden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner will nun zügig mit Vertretern der Futtermittelhersteller über die Sicherheit ihrer Produkte beraten. Politik, Verbände und Industrievertreter kommen am Montag in Berlin zu einem Spitzengespräch zusammen. Zahlreiche Landwirte in Deutschland haben mit dioxinhaltigen Industriefetten verunreinigtes Futtermittel verfüttert. Das Bundeslandwirtschaftsministerium geht davon aus, dass das Futtermittel absichtlich verunreinigt worden ist.

Aigner hatte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gesagt, wenige "schwarze Schafe" hätten enormen wirtschaftlichen Schaden angerichtet. "Die Verursacher müssen zur Rechenschaft gezogen und in Haftung genommen werden. Sie haben für die entstandenen Schäden geradezustehen." In der "Bild am Sonntag" forderte sie ein hartes Durchgreifen der Justiz.

In Niedersachsen sollen wegen nun alle Unternehmen überprüft werden, die Zusatzstoffe für die Herstellung von Tierfutter liefern. Das berichtet das Bielefelder "Westfalen-Blatt" laut Vorabbericht. "Wir wollen sichergehen, dass es nicht weitere Fälle gibt, in denen preisgünstige technische Mischfettsäure zu teurem Futterfett verarbeitet worden ist", sagte der Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, Gert Hahne, der Zeitung.

Krisentreffen in Brüssel

Auch in Brüssel steht der Dioxin-Skandal 2011 am Montag auf der Agenda. Europäische Futterfetthersteller treffen sich zu einem Krisengespräch mit der EU-Kommission. Die EU-Behörde setze sich dafür ein, die Produktion und den Transport von Industrie- und Futterfetten besser zu trennen, sagte der Sprecher von EU-Verbraucherkommissar John Dalli. Außerdem gibt es von Brüssel aus Kontakte, um Blockaden deutscher Lebensmittel in Drittstaaten zu vermeiden.

Der Dioxin-Skandal hat die Debatte um den Verbraucherschutz in Deutschland angeheizt. Dabei ist auch die Verantwortung der Bundesregierung in den Blick geraten. Die Verbraucherorganisation Foodwatch erhebt schwere Vorwürfe gegen die Politik: Sie bediene einseitig die Interessen der Futtermittelindustrie. Um den Export deutscher Fleischprodukte nicht zu gefährden, habe die Regierung kein Interesse, die Futtermittelindustrie stärker zu belasten, sagte Foodwatch-Chef Thilo Bode der Nachrichtenagentur dpa.

Neue Vorwürfe gegen Futtermittelfirma

Gegen die Futterfettfirma Harles und Jentzsch sind am Wochenende neue Vorwürfe laut geworden. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium verdächtigt das Unternehmen des Betrugs und der Steuerhinterziehung. Der Sprecher des Ministeriums, Gert Hahne, sagte, es spreche vieles dafür, dass die Firma ihre Kunden betrogen und technische Mischfettsäure als teures Futterfett verkauft habe.

Nach Informationen des SPIEGEL hat das Unternehmen Harles und Jentzsch staatlichen Kontrolleuren überhöhte Dioxin-Werte vorenthalten. Bereits am Freitag war bekannt geworden, dass der Skandal um dioxinverseuchtes Tierfutter viel früher begonnen hat als bislang bekannt.

ler/dpa/AFP

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SaT 04.01.2011
1. Natürlich nicht
Stärkere Kontrollen könnten nämlich die Wirtschaftlichkeit der Nahrungsproduktion negativ beinträchtigen. Und Geld ist ja alles – auch wenn wir dabei zugrunde gehen. Zudem ist die Dioxinbelastung laut Medien nur für Kinder problematisch. Bei den wenigen Kinder die wir in Deutschland haben ist das ein vernachlässigbares Risiko.
doubleq 04.01.2011
2. Wertigkeit der Interessen
Da gibt es eine Meldung über einen Wecker, der im iPhone nicht funktioniert und daraus entstehen 14 Seiten im Forum. ein Thema wie die mit Dioxin verseuchten Futtermittel interessiert dagegen offensichtlich niemanden. Obgleich dieses Thema uns ALLE betrifft - die überwiegende Mehrheit der Verbraucher isst Eier oder Geflügel. Wie wichtig ist da ein Wecker im Handy???
jocurt1 04.01.2011
3. Veröffentlichen nicht verschärfen
Zitat von sysopDer Skandal um vergiftete Eier verunsichert die Deutschen. Doch wer trägt Schuld an der Verseuchung? Bei der Suche nach den Verantwortlichen schaltet sich jetzt die Politik ein: Der Bundestag soll sich mit dem Skandal beschäftigen. Müssen die Kontrollen verschärft werden?
wenn jeder Bürger nachlesen kann, wer da Ross und Reiter ist, erledigt sich das ganz schnell. ZZ gilt so was als Geschäftsgeheimnis und darf nicht offengelegt werden. Mit der Regel kann ich auch Kacke als Schokoladenaustausch verkaufen.
mood 04.01.2011
4. 2 Foren
Zitat von doubleqDa gibt es eine Meldung über einen Wecker, der im iPhone nicht funktioniert und daraus entstehen 14 Seiten im Forum. ein Thema wie die mit Dioxin verseuchten Futtermittel interessiert dagegen offensichtlich niemanden. Obgleich dieses Thema uns ALLE betrifft - die überwiegende Mehrheit der Verbraucher isst Eier oder Geflügel. Wie wichtig ist da ein Wecker im Handy???
Keine Panik; idiotischerweise ist das hier schon das zweite Forum (http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=26838) Ist zwar vollkommener Quatsch bei einem Thema zwei Foren zu machen, aber es ist so...
buktu1975 04.01.2011
5.
Zitat von doubleqDa gibt es eine Meldung über einen Wecker, der im iPhone nicht funktioniert und daraus entstehen 14 Seiten im Forum. ein Thema wie die mit Dioxin verseuchten Futtermittel interessiert dagegen offensichtlich niemanden. Obgleich dieses Thema uns ALLE betrifft - die überwiegende Mehrheit der Verbraucher isst Eier oder Geflügel. Wie wichtig ist da ein Wecker im Handy???
Naja, ein paar Einträge gab es ja schon: http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=26838 Und im übrigen scheint der Mensch in diesem Fall eher kurzfristig zu denken und ein Meister der Verdrängung zu sein,anders kann ich mir das nicht erklären: Verschlafen beim iPhone=zu spät zur Arbeit kommen=Ärger. Dioxin im Futter=schmeckt man nicht=wird man vielleicht krank von=ich bestimmt nicht, nur andere.
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