Discounter Aldi und Netto erhöhen Milch- und Butterpreise

Milch kostet bei vielen Discountern so wenig, dass die produzierenden Bauern ihre Kosten kaum decken können - oder sogar drauf zahlen. Jetzt versprechen Lidl und Netto: Wir erhöhen die Preise.
Milch, Butter und eine Hand voll Kleingeld: Die Discounter heben die Preise

Milch, Butter und eine Hand voll Kleingeld: Die Discounter heben die Preise

Foto: Frank May/ picture-alliance/ dpa

Für Milchbauern in Deutschland ist es eine gute Nachricht, für Verbraucher weniger: Die Discounter Aldi Nord, Aldi Süd sowie Netto erhöhen die Preise für Trinkmilch und Butter. Milch werde zum 1. Oktober um vier Cent teurer, Butter um zehn Cent, teilten die Ketten mit.

Laut Aldi ist dies eine Reaktion auf die außergewöhnlich schwierige Situation der heimischen Milchbauern. Eine Netto-Sprecherin sagte: "Mit dieser Preiserhöhung reagieren wir auf die aktuelle Situation der Milchbauern in Deutschland."

Wegen der weltweiten Überproduktion sind die Erzeugerpreise für Milch eingebrochen. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) sank der deutsche Milchpreis im Schnitt seit Ende 2013 von 41 auf 28 Cent pro Liter.

Wegen der niedrigen Milchpreise hatten europäische Bauern zuletzt immer wieder Hilfe von der Politik gefordert. Das europäische System der Milchquote war im März abgeschafft worden. Sie wurde im Jahr 1984 eingeführt, um auf die Überproduktion von Milchprodukten zu reagieren. Die Quote begrenzte die Mengen der zu produzierenden Kuhmilch in den EU-Staaten. Laut Aldi ist auch das russische Embargo für westliche Waren und eine sinkende Nachfrage in China für das Überangebot verantwortlich.

Mit dem aktuellen Preis können die Bauern nach eigener Darstellung ihre Kosten nicht mehr decken - mindestens 40 Cent pro Liter seien nötig. Nach massiven Protesten einheimischer Bauern hatte bereits Aldi-Konkurrent Lidl vor kurzem Preiserhöhungen für Milch angekündigt.

Aldi schätze die hohe Qualität der deutschen landwirtschaftlichen Erzeugnisse und habe sich daher entschlossen, einen Beitrag zur Verbesserung der angespannten Lage auf dem deutschen Milchmarkt zu leisten, hieß es in der Mitteilung.

amt/dpa/AFP
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