Energiekosten Öko-Umlage sinkt auf 6,4 Cent

Nun ist es offiziell: Die Abgabe zur Förderung von Ökostrom in Deutschland sinkt. Die sogenannte EEG-Umlage beträgt im kommenden Jahr 6,405 Cent pro Kilowattstunde. Billiger wird Strom wohl trotzdem nicht.
Windräder im Schwarzwald

Windräder im Schwarzwald

Foto: Patrick Seeger/ dpa

Die Abgabe zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) beträgt im kommenden Jahr 6,405 Cent pro Kilowattstunde und ist damit 5,7 Prozent niedriger als im Vorjahr. Das teilten die Betreiber der großen Stromnetze mit. Derzeit liegt die Abgabe bei knapp 6,8 Cent.

Die EEG-Umlage ist ein wichtiger Bestandteil des Strompreises, sie macht ungefähr ein Viertel aus. Dazu kommen neben den Netzentgelten aber auch noch Steuern, weitere Abgaben und Umlagen sowie die Produktionskosten.

Die Umlage finanziert die Ökostromförderung für die Betreiber von Solar-, Windkraft-, Wasserkraft-, Biogas- oder Geothermieanlagen. Alle Stromkunden müssen sie bezahlen, für bestimmte Industriebranchen und Gewerbe gibt es allerdings Rabatte.

Trotz der Entlastung bei der Ökostrom-Umlage könnten die Strompreise für Privathaushalte im kommenden Jahr insgesamt nach Darstellung von Branchenexperten aber leicht steigen. Grund sind vor allem erwartete höhere Netzentgelte und Beschaffungskosten.

Die großen Stromnetzbetreiber gaben auch die sogenannte Offshore-Netzumlage für 2019 bekannt. Sie beträgt 0,416 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten für den Anschluss von Windkraftanlagen vor den Küsten an das Hauptstromnetz werden über diese Netzumlage von den Verbrauchern getragen.

Verbraucherschützer kritisierten schon im Vorfeld die erwartete "unfaire Verteilung der Stromkosten". Die Offshore-Netzumlage gehe vor allem zu Lasten der Verbraucher, "während die Industrie entlastet wird", monierte der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Hohe Beschaffungskosten als Preistreiber

Bei den Netzentgelten erwarten Verbraucherportale auch bei den lokalen Verteilnetz-Betreibern Steigerungen. Über die Verteilnetze gelangt Strom an die Endverbraucher wie private Haushalte. Der Kostenanstieg hier könnte Entlastungen bei der EEG-Umlage mehr als aufheben.

Auch der Energieverband BDEW hatte bereits für die meisten Stromverbraucher in Deutschland im nächsten Jahr mit steigenden Strompreisen gerechnet. Preistreiber beim Strompreis seien höhere Beschaffungskosten. Außerdem machten Steuern, Abgaben und Umlagen inzwischen 54 Prozent des Strompreises aus.

Verbraucher können bei Preiserhöhungen fristlos kündigen

Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass Kunden bei Preiserhöhungen des Stromanbieters den Vertrag fristlos kündigen können. Der Grund für die Preiserhöhung spiele dabei keine Rolle, teilte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit Verweis auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe mit (Aktenzeichen: VIII ZR 163/16). Wenn Stromanbieter in den Vertragsklauseln das Sonderkündigungsrecht des Kunden bei Preiserhöhungen aufgrund von staatlichen Faktoren - also etwa der EEG-Umlage oder Steuern - ausschließen, sei das unzulässig.

Die Kündigung sollte man per Einschreiben schicken und darin die Preiserhöhung als Kündigungsgrund angeben. So wird deutlich, dass man von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch macht. Die unabhängige Schlichtungsstelle Energie  ist bei Problemen eine Anlaufstelle.

mmq/dpa/AFP
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