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25. August 2016, 07:52 Uhr

Kritik von Umweltschützern

Händler verweigern Rücknahme von Elektroschrott

Seit Kurzem müssen Einzelhändler alte Elektrogeräte zurücknehmen - doch viele erschweren die Rücknahme, kritisiert die Deutsche Umwelthilfe. Einige der 45 getesteten Unternehmen verweigerten sich ganz.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft vielen Händlern vor, die gesetzlich vorgeschriebene Rücknahme alter Elektrogeräte zu erschweren. Tests bei 45 Unternehmen belegten, dass "die Mehrheit des Handels" Verbraucher schlecht oder falsch informiere, Geräte nicht zurücknehme oder dafür Gebühren verlange, stellt die DUH fest. Die Verbraucherschützer haben nach eigenen Angaben Elektrofachgeschäfte, Baumärkte, Möbelhäuser und Onlinehändler getestet.

Seit einem Monat dürfen Verbraucher in Deutschland ihre ausgedienten Elektrogeräte beim Händler abgeben. Das Gesetz zur Rücknahmepflicht gilt bereits seit Oktober, eine letzte Übergangsfrist lief allerdings noch bis zum 24. Juli. Allerdings sind ausschließlich Geschäfte ab einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmeter für Elektrogeräte dazu verpflichtet.

Viele Geschäfte verweigerten die Rücknahme unter Verweis auf die Fläche, kritisierte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Es sei "absurd", dass Kunden den Laden vermessen müssten, um ihr Recht durchzusetzen.

Probleme gibt es demnach bei Onlinehändlern, weil diese häufig ausschließlich einen Paketversand anbieten. "So wird Kunden die Rückgabe erschwert, um möglichst wenig Geräte zurücknehmen zu müssen", sagte der DUH-Referent für Kreislaufwirtschaft, Philipp Sommer. Onlinehändler sollten Kunden stattdessen die Rückgabe über stationäre Sammelstellen ermöglichen, forderte Sommer.

Nach dem neuen Elektrogesetz müssen Geschäfte Geräte mit einer Kantenlänge bis 25 Zentimeter ohne Kassenbon und ohne den Kauf eines neuen Geräts zurücknehmen. Größere Geräte dürfen Kunden nur beim Kauf eines neuen kostenlos abgeben.

In den vergangenen Wochen hatte die DUH bereits Ikea und Amazon vorgeworfen, gegen die Rücknahmepflicht zu verstoßen. Gegen beide Händler geht die DUH nach eigenen Angaben rechtlich vor, die Unternehmen weisen die Vorwürfe jedoch zurück.

fdi/dpa

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