Entlastung für Bürger Niederlande zahlen Grundbedarf für Strom und Gas

Um Bürger zu entlasten, will der niederländische Staat künftig einen Teil der Strom- und Gaskosten finanzieren. Wer mehr verbraucht, soll den geltenden Marktpreis zahlen.
Rotterdam

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Foto: Jochen Tack / picture alliance

Nicht nur in Deutschland wird darüber gestritten, wie Verbraucher von hohen Energiepreisen entlastet werden können: In den Niederlanden plant die Regierung, künftig einen Teil der Strom- und Gasrechnung der Bürger zu bezahlen.

»Es ist schmerzlich, dass immer mehr Menschen Mühe haben, ihre Miete, Einkäufe, Krankenversicherung und Energierechnung zu bezahlen«, sagte König Willem-Alexander in seiner Thronrede in Den Haag. Dabei kündigt er zur Eröffnung des parlamentarischen Jahres traditionell die Pläne der Regierung an.

Für einen Teil des Energieverbrauches soll eine Preisobergrenze festgelegt werden. Nach den Plänen soll der Staat den Unterschied zum Marktpreis an die Energieunternehmen bezahlen.

Angesichts hoher Gaspreise gibt es auch in Deutschland ähnliche Forderungen nach einem Preisdeckel für Strom oder Gas.

In den Niederlanden soll die Preisgrenze den Regierungsplänen zufolge nur für einen Teil des Verbrauchs gelten. Der Wert richtet sich nach dem durchschnittlichen Verbrauch eines Haushaltes von Anfang des Jahres – also vor dem Ausbruch des Ukrainekrieges und dem Anstieg der Energiekosten.

Wer mehr verbraucht, soll dafür den geltenden Marktpreis bezahlen. Die Koalitionsregierung von Premier Mark Rutte will verhindern, dass viele Bürger durch die extrem hohen Energiekosten in finanzielle Not geraten.

Niederländischen Medien zufolge wird der Preisdeckel den Staat viele Milliarden Euro kosten. Die genaue Ausgestaltung und Finanzierung der Pläne sind noch nicht bekannt. Konkrete Details möchte Klima- und Energieminister Rob Jetten aber laut Medienberichten noch am heutigen Dienstag vorstellen.

mic/dpa-AFX
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