Waschmaschinen, Kühlschränke, Geschirrspüler Welche energieeffizienten Geräte sich lohnen – und welche nicht

Energieeffiziente Geräte rechnen sich nicht immer. Laut einer Studie dauert es bis zu 19 Jahre, ehe man einen höheren Kaufpreis durch geringeren Verbrauch wieder raus hat. Prüfen Sie hier, wie gut Ihr Gerät abschneidet.

Eine weitverbreitete These lautet: Der Kauf energieeffizienter Haushaltsgeräte schützt nicht nur das Klima – sondern spart langfristig auch Geld. Im Grunde stimmt das. Allerdings ist »langfristig« in diesem Zusammenhang ein dehnbarer Begriff: Je nachdem, welches Gerät man kauft, und je nachdem, wie man es nutzt, kann es 3 bis 19 Jahre dauern, ehe man den höheren Kaufpreis effizienterer Geräte durch geringeren Verbrauch ausgeglichen hat.

Das ergibt ein Vergleich  von mehr als 1900 Haushaltsgeräten, den die Portale Verivox und Testberichte.de durchgeführt haben und den der SPIEGEL vorab einsehen konnte.

  • Wer eine Waschmaschine der Effizienzklasse A++ gegen eine der nächstbesseren Klasse A+++ austauscht, profitiert demnach im Schnitt schon nach 2,8 Jahren, wenn man die gesparten Strom- und Wasserkosten abzieht.

  • Ähnlich lange dauert es beim Tausch einer Kühl-Gefrier-Kombination.

  • Bei einem Trockner indes lohnt sich die Anschaffung der höchsten Energieklasse erst nach rund 8,2 Jahren.

  • Bei einem Geschirrspüler verstreichen gar 18,9 Jahre.

Die großen Schwankungen bei den Amortisierungszeiten ergeben sich laut Verivox aus den unterschiedlich hohen Preisaufschlägen zwischen den Energielabels A++ und A+++. Während der Aufschlag bei Waschmaschinen, Kühl-Gefrier-Kombis und Trocknern zwischen 9 und 22 Prozent liegt, zahlen Verbraucher bei Geschirrspülern im Schnitt 51 Prozent drauf.

Hinzu kommt: Auch innerhalb der Energieklassen unterscheidet sich der Stromverbrauch stark. In der Klasse A+++ zum Beispiel könne eine weniger effiziente Waschmaschine viermal mehr Strom verbrauchen als das sparsamste Gerät. Auch bei Kühl-Gefrier-Kombinationen schwanke der Strombedarf in derselben Klasse teils um 100 Prozent.

Die Gerätepreise in der Energieklasse A+++ seien ähnlich weit gefächert, heißt es in der Studie weiter. Sie variieren demnach um das Sechs- bis Neunfache. 

Darüber hinaus spielt auch das eigene Nutzungsverhalten eine große Rolle dabei, wie schnell man den Mehrpreis des teureren, verbrauchsärmeren Geräts wieder drinnen hat. Wer seine Wäsche nur selten elektrisch trockne, schaffe das zum Beispiel kaum. 

Die Nutzungsdauer der untersuchten Haushaltsgeräte beträgt laut dem Forschungsinstitut GfK im Schnitt zwölf Jahre. Verivox und Testberichte.de raten deshalb, nur Geräte auszutauschen, bei denen man sich sicher ist, dass man einen höheren Anschaffungspreis in dieser Zeit durch geringeren Verbrauch wieder wettmachen kann. Es sei denn, man wolle vor allem einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

In den folgenden Tabellen können Sie die durchschnittlichen Stromkosten Ihrer Haushaltsgeräte recherchieren – und jener Geräte, die Sie sich womöglich anschaffen möchten:

Datenquellen

  • Zur Berechnung der jährlichen Stromkosten wurde der Verivox-Verbraucherpreisindex  von 29,86 Cent pro Kilowattstunde zugrunde gelegt.

  • Der Kaufpreis entspricht dem günstigsten Preis bei Markteintritt gemäß der Gerätedatenbank von Testberichte.de .

  • Die Preise für Wasser  und Abwasser  wurden vom Statistischen Bundesamt übernommen.

Rechenweg

Preise sowie Strom- und Wasserverbräuche wurden für jedes Gerät zunächst auf eine vergleichbare Maßeinheit herruntergerechnet: Waschmaschinen und Wärmepumpentrockner auf ein Kilogramm Fassungsvermögen, Geschirrspüler auf ein Maßgedeck, Kühl-Gefrier-Kombis auf 100 Liter Nutzvolumen.

Anschließend wurden eine fiktive Normgröße angenommen (Waschmaschinen: 6 kg; Trockner: 7 kg; Kühlschränke 300 Liter, Geschirrspüler: 13 Maßgedecke).

Die durchschnittliche Nutzungsdauer der genannten Haushaltsgeräte beträgt nach Marktstudien der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) jeweils rund 12 Jahre.

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