Energiekrise Wohnungskonzern LEG stimmt Mieter auf »Wärmeverzicht« ein

Ein Pullover werde nicht ausreichen, sagt Lars von Lackum. Der Chef von Deutschlands zweitgrößtem Wohnungskonzern will die Temperaturen stärker absenken als bislang möglich. »Jetzt ist Verzicht angesagt«, sagt er.
LEG-Wohnungen in Dortmund (Archivbild)

LEG-Wohnungen in Dortmund (Archivbild)

Foto: Ina Fassbender / DPA

Deutschlands zweitgrößter privater Immobilienkonzern LEG stimmt die Mieter auf harte Zeiten ein. »Ich glaube, dass in der derzeitigen Kriegssituation der Bevölkerung in Deutschland klargemacht werden muss, dass jetzt Verzicht angesagt ist«, sagte LEG-Chef Lars von Lackum dem »Handelsblatt«. »Und das wird ein Wärmeverzicht sein – das muss man klar politisch aussprechen.«

In den eigenen vier Wänden einen zusätzlichen Pullover anzuziehen, werde womöglich nicht ausreichen, so Lackum weiter. »Es wird wohl noch eine warme Wolldecke vonnöten sein.«

Der LEG-Chef forderte eine gesetzliche Möglichkeit, die Temperaturen stärker als bisher abzusenken. Marktführer Vonovia hatte bereits Anfang des Monats angekündigt, Gas sparen und dazu nachts die Heizungsleistungen in zahlreichen seiner Wohnungen reduzieren zu wollen.

»Wir haben doch nichts davon, wenn wir es privat alle warm haben, aber niemand mehr zur Arbeit geht, weil die Firmen reihenweise die Produktion einstellen«, sagte Lackum. »Ohne harte Entscheidungen werden wir im Winter in große Probleme laufen.«

Der LEG-Chef forderte zudem ein Kündigungsmoratorium für Mieter, die die hohen Heizrechnungen nicht mehr bezahlen können. Er rechne damit, »dass bundesweit bis zu 20 Prozent der Mieter das Problem mit den Energiepreisen finanziell allein nicht mehr in den Griff bekommen«. Ohne staatliche Hilfe werde die Situation am Ende aber nicht zu bewältigen sein.

Auch der Deutsche Mieterbund hatte einen Kündigungsschutz für Mieter gefordert, die ihre Heizungsrechnung nicht mehr begleichen können.

dab/dpa/Reuters
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