Folge hoher Strompreise Städte sparen bei der Straßenbeleuchtung

Dimmen oder einfach früher abschalten: Wegen gestiegener Kosten reduzieren erste Kommunen den Betrieb ihrer Straßenlaternen.
Straßenlaterne: Wegen gestiegener Strompreise soll bei der Betriebsdauer gespart werden

Straßenlaterne: Wegen gestiegener Strompreise soll bei der Betriebsdauer gespart werden

Foto: Gottfried Czepluch / IMAGO

In Weimar werden Straßenlaternen ab dem 1. Juni 30 Minuten später ein- und 30 Minuten früher ausgeschaltet – um Energiekosten zu sparen. In den Wintermonaten soll die ursprüngliche Beleuchtungszeit um jeweils zehn Minuten reduziert werden. Damit könnten pro Jahr zwischen 70.000 und 100.000 Kilowattstunden eingespart werden – eine Einsparung von etwa 30.000 bis 40.000 Euro bei dem derzeitigen Energiepreis.

Laut hessischem Wirtschaftsministerium macht die Straßenbeleuchtung bis zu 50 Prozent der Stromkosten von Städten und Gemeinden aus. Deshalb prüfen derzeit etliche Kommunen solche Schritte. Eine reduzierte Straßenbeleuchtung sei »eine Idee im Bündel der möglichen Maßnahmen«, die in Kommunen diskutiert werde, sagte Alexander Handschuh vom Deutschen Städte- und Gemeindebund.

In Halle in Sachsen-Anhalt sagte eine Sprecherin der Stadtwerke, derzeit sei noch keine kürzere Dauer der Stadtbeleuchtung nötig, »allerdings bereiten auch wir uns darauf vor«.

In Mainz werden »weniger genutzte Fuß- und Radwege« zwischen 1 Uhr und 5 Uhr schon um 50 Prozent weniger beleuchtet. Nun plane man erstmals eine bedarfsorientierte Straßenbeleuchtung, wobei die Laternen nur in Betrieb gehen sollen, wenn Fußgänger und Fahrradfahrer die Wege nutzen, heißt es. Die Solarleuchten sollen dafür eine Sensorik bekommen.

Spezielle Sensoren kommen in Darmstadt schon auf einem Radweg in der Stadt und auf einer Teilstrecke des Radschnellwegs Frankfurt–Darmstadt zum Einsatz: Die Lampen reagieren auf Bewegung und werden heller, wenn ein Radfahrer oder Fußgänger vorbeikommt, und dunkeln danach wieder ab.

Bürgerinnen und Bürger wünschen sich mehr Licht

In Leipzig und Dresden sollen die Straßen weiterhin etwa acht Stunden in der Nacht beleuchtet werden. Kürzere Betriebszeiten seien nicht geplant. »Eine kürzere Leuchtdauer geht auch immer zulasten der Verkehrssicherheit«, heißt es aus Dresden. Sowohl in Dresden als auch in Leipzig wird das Licht zwischen 22 und 6 Uhr schon gedimmt - bei konventionellen Lampen könnten so 30 Prozent der Energie eingespart werden, bei LED-Leuchten sogar bis 50 Prozent, heißt es.

Die größeren Städte Mecklenburg-Vorpommerns sehen durch eine kürzere Leuchtdauer der Straßenlampen kaum Einsparpotenzial. »Wir halten uns da an die Verkehrssicherheit«, sagt der Klimaschutzmanager Neubrandenburgs. »Wir sind da schon am absoluten Minimum.«

Eine Reduzierung der Leuchtdauer ist auch in Hannover, Bremen und Oldenburg nicht geplant. In Bremen werden viele Lampen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr schon auf 50 Prozent der Leistung gedimmt.

»Bisherige Anfragen seitens der Bürgerinnen und Bürger gehen eher in die andere Richtung, das heißt, sie wünschen eine Verlängerung der Schaltzeiten«, sagte Kim Vredenberg-Fastje, Sprecherin der Stadt Oldenburg.

vet/dpa