Umfrage Jeder zehnte Befragte hat 2022 bis Ende November noch nicht geheizt

Die Energiekosten steigen rasant, das macht sich beim Heizverhalten in Deutschland bemerkbar: Laut Umfrage blieben bei zehn Prozent Ofen oder Heizung bisher aus. Der Rest wärmt häufig auf Sparflamme.
Thermostat einer Heizung

Thermostat einer Heizung

Foto: Hauke-Christian Dittrich / picture alliance/dpa

Auf die nächste Gasrechnung  dürfte so manch einer mit Sorge blicken. Immerhin sind massive Mehrkosten zu erwarten, die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine gelten dabei als größter Preistreiber. Das spiegelt sich laut einer Umfrage im Verhalten vieler Menschen in Deutschland wider. Jeder zehnte Bundesbürger hat trotz teilweise winterlicher Temperaturen im Spätherbst noch nicht geheizt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa.

Die überwiegende Mehrheit (90 Prozent) hat den Ofen oder die Heizung bis Ende November hingegen bereits benutzt – jedoch ihr Heizverhalten merklich verändert: 68 Prozent heizen demnach in dieser Saison weniger als im Vorjahreszeitraum. Rund die Hälfte davon heizt nach eigenem Bekunden sogar deutlich weniger.

Viele Heizanlagen werden mit fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas betrieben – das belastet die Umwelt. Für die Befragten, die angaben zu sparen, scheint das jedoch kein ausschlaggebendes Argument zu sein. Nur sechs Prozent möchten den Ergebnissen zufolge durch weniger Heizen das Klima schonen.

Mehr als jeder Zweite (56 Prozent) hingegen dreht den Regler runter, um Geld zu sparen. 20 Prozent heizen wegen höherer Außentemperaturen weniger und 15 Prozent möchten durch die Reduktion einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

Podcast Cover

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher scheinen demnach dem Aufruf der Bundesregierung zum Energiesparen zu folgen. Aufgrund der gestiegenen Preise und einer drohenden Gasknappheit empfiehlt diese, etwa die Raumtemperatur zu senken oder wassersparende Duschköpfe zu verwenden.

Im März soll die Preisbremse greifen

Darüber hinaus sollen Privathaushalte durch die für März 2023 angekündigte Strom- und Gaspreisbremse finanziell entlastet werden. Der Preis soll für 80 Prozent des Verbrauchs gedeckelt werden. Für den restlichen Verbrauch muss der normale Marktpreis gezahlt werden. Sparen soll also belohnt werden.

Bei vielen Anbietern haben sich die Gaspreise in diesem Jahr verdoppelt oder sogar verdreifacht. Trotzdem ist ein Großteil der Befragten (78 Prozent) beim gleichen Heizsystem wie im vergangenen Jahr geblieben. Immerhin sieben Prozent gaben an, die Wohnung oder das Haus in diesem Winter mehr mit dem Ofen oder Kamin als mit der eingebauten Heizung warmhalten zu wollen. Jeder Zweite davon tut dies, weil es finanziell günstiger ist.

Gut jeder Dritte möchte dadurch knappe Energieträger sparen, und fast jeder Vierte hält das Heizen mit Holz für klimaschonender. Die Umfrageteilnehmer konnten hierbei mehrere Antworten auswählen.

Angaben zur Methodik: Die verwendeten Daten beruhen auf einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. Zwischen dem 29. und 30. November 2022 haben bundesweit 2040 Menschen teilgenommen.

jok/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.

Abonnieren bei

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.