Energiewende Ökostrom überholt Atomstrom

In Deutschland wird mehr Strom aus Wind, Wasser und Sonne erzeugt als in Atomkraftwerken. 2011 waren die erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 20 Prozent die zweitwichtigste Quelle bei der Stromerzeugung.
Solaranlage in Brandenburg: Erneuerbare auf Platz zwei der Stromerzeugung

Solaranlage in Brandenburg: Erneuerbare auf Platz zwei der Stromerzeugung

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Berlin - Im Dezember 2011 erzeugten allein die Windkraftanlagen in Deutschland 8,5 Milliarden Kilowattstunden Strom - es war der erfolgreichste Windmonat aller Zeiten. Aber auch im Gesamtjahr hat die Stromerzeugung aus Wind, Wasser und Sonne die Atomenergie hinter sich gelassen. Der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix ist auf 20 Prozent gestiegen.

Die Atomenergie dagegen kam im vergangenen Jahr, nachdem acht Meilern abgeschaltet worden waren, nur noch auf einen Anteil von 18 Prozent. Die wichtigste Energiequelle war laut Branchenverband BDEW mit 25 Prozent die Braunkohle. Steinkohlekraftwerke steuerten 19 Prozent zur Stromgewinnung bei. Öl, Pumpspeicherkraftwerke und andere Quellen kommen auf einen Anteil von fünf Prozent.

Weil die Stromerzeugung aus Wind und Sonne stark schwankt, werden die Rufe nach dem schnellen Ausbau der Netze immer lauter. BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller begrüßte zwar das starke Wachstum der erneuerbaren Energien, forderte aber eine bessere Integration und einen schnelleren Netzausbau.

Auch der Rekord bei den Solaranlagen, mit 7500 Megawatt neu installierter Leistung, bringt Probleme: Wegen der hohen Förderung drohten die Kosten für den Verbraucher aus dem Ruder zu laufen, sagte Müller.


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Trotz des kräftigen Wirtschaftswachstums ist der Stromverbrauch in Deutschland 2011 zurückgegangen. Damit bestätigt sich der Trend der vergangenen Jahre, dass sich Konjunktur und Energieverbrauch entkoppelt haben. Nach ersten Schätzungen ist der Verbrauch wohl um 0,5 Prozent gesunken - auch weil der Winter mild und der Sommer nicht sehr heiß war.

nck/dpa/dapd
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