Wind-Sonne-Rekord Ökostromanteil steigt auf mehr als 50 Prozent

Zum Jahresbeginn war es erst windig, dann sehr sonnig - Folge ist ein Rekord: Erstmals wurde in einem Quartal mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als aus Kohle, Gas und Atomkraft.
Windräder bei Stommeln in Nordrhein-Westfalen: Das Wetter half beim Ökostromrekord

Windräder bei Stommeln in Nordrhein-Westfalen: Das Wetter half beim Ökostromrekord

Foto: Federico Gambarini / DPA

Zum ersten Mal ist in einem Quartal insgesamt mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt worden als aus den konventionellen Energieträgern Kohle, Gas und Atomkraft. Von Januar bis März betrug der Ökostromanteil 51,2 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt  laut vorläufigen Ergebnissen mit. Die Menge des Ökostroms stieg im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 14,9 Prozent. Gleichzeitig sank jedoch die Gesamtmenge des erzeugten Stroms im Vergleich zum ersten Quartal 2019 um 6,6 Prozent.

Damit bestätigen sich im Trend erste Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) von Anfang April, die den Ökostromanteil mit 52 Prozent bezifferten.

Am höchsten war der Anstieg laut Statistischem Bundesamt bei der Windkraft, die um 21,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegte. Grund dafür sei ein sehr windreiches Quartal gewesen, teilten die Statistiker mit. Vor allem im Februar gab es viel Wind. Dadurch wurde die Windkraft - ebenfalls zum ersten Mal in einem Quartal - zum wichtigsten Energieträger für die Stromerzeugung in Deutschland überhaupt. Mit 34,9 Prozent lag der Wind-Anteil bei mehr als einem Drittel.

Auch die Fotovoltaik konnte mit einem Plus von 11,7 Prozent zum Vorjahr die erzeugte Strommenge deutlich steigern, wofür der sonnenreiche März verantwortlich sein dürfte. Sie trug einen Anteil von 4,8 Prozent zur gesamten Stromerzeugung bei. Biogasanlagen erzeugten 5,5 Prozent der Strommenge, legten aber mit einem Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2019 nur wenig zu.

Die durch konventionelle Energieträger erzeugte Strommenge sank dagegen deutlich um 21,9 Prozent. Aus Kohle wurde gar 33,4 Prozent weniger Strom produziert, sie hatte insgesamt noch einen Anteil von 22,3 Prozent. Um knapp 17 Prozent sank die Erzeugung aus Kernkraft. Gaskraftwerke produzierten nur ein Prozent weniger Strom als im Vorjahr.

Der deutliche Rückgang der gesamten erzeugten Strommenge in den ersten drei Monaten lässt sich laut dem Statistischen Bundesamt nicht eindeutig auf die Coronakrise und den damit verbundenen Schließungen von Fabriken sowie den Kontaktbeschränkungen zurückführen. Vielmehr liege das Minus noch im Rahmen üblicher Schwankungen, teilten die Statistiker mit.

fdi/dpa
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