Geringe Reserve Gasspeicher so leer wie noch nie im Herbst

Steht Deutschland ein Energieengpass bevor? Die Füllstände der Gasspeicher sind einem Bericht zufolge so niedrig wie noch nie zu Beginn der Heizperiode. Die Bundesregierung beruhigt - will das Problem aber angehen.

Gasflamme auf einem Herd: Die Reserven könnten knapp werden
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Gasflamme auf einem Herd: Die Reserven könnten knapp werden


So leer waren deutsche Gasspeicher schon lange nicht mehr: Die Füllstände sind auf dem niedrigsten Stand seit Jahren, wie die "Frankfurter Allgemeine" (FAZ) berichtet. Demnach sind die Tanks weit davon entfernt, annähernd voll zu sein, wie es im Herbst nötig sei: "Die Gasspeicher-Füllstände liegen derzeit bei circa 77 Prozent", habe das Bundeswirtschaftsministerium mitgeteilt.

Angesichts der Jahreszeit ist dies eine schlechte Nachricht. "Wenn wir in einen langen, kalten Winter kommen, dann wird es kritisch", sagte Bernd Protze von der Branchen-Initiative Erdgasspeicher dem Blatt. Das Wirtschaftsministerium sieht das laut "FAZ" anders: "Die Gasmärkte sind derzeit sehr liquide, es gibt keine Anzeichen für Versorgungsstörungen.

Die Branche lässt dieses Argument nicht gelten. Das eingelagerte Gas sei vielfach längst weiterverkauft und stehe für den deutschen Markt nicht mehr zur Verfügung. Durch die politisch gewollte Trennung von Speicher, Netz und Handel fühle sich für die Versorgungssicherheit niemand mehr verantwortlich, sagte Branchenvertreter Protze der Zeitung.

"Entscheidung ist für die nächsten Wochen geplant"

Die Bundesregierung erwägt offenbar bereits, auf den drohenden Engpass zu reagieren: "Eine Entscheidung zur Gestaltung des Gasspeicherbetriebs ist für die nächsten Wochen geplant", zitiert der Bericht aus einer Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums.

Ähnliche Probleme hatte es bereits im vergangenen Winter gegeben - allerdings erst zum Ende der Heizperiode: Im Februar waren die Gasvorräte in Deutschland auf den niedrigsten Füllstand der vergangenen vier Jahre gefallen - trotz eines verhältnismäßig milden Winters. Schon damals kritisierte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn: "Vorgaben für eine Mindestbevorratung hat die Bundesregierung entgegen aller Warnungen für Gas bislang nicht verabschiedet."

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insgesamt 101 Beiträge
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Seite 1
Untertan 2.0 02.11.2015
1. Jetzt mach ich mir Sorgen...
---Zitat--- Die Bundesregierung beruhigt - will das Problem aber angehen. ---Zitatende--- Wenn sie das genau so professionell angeht, wie die Flüchtlingskrise, geh ich lieber schon mal Feuerholz hacken...
GrinderFX 02.11.2015
2.
Zitat von Untertan 2.0Wenn sie das genau so professionell angeht, wie die Flüchtlingskrise, geh ich lieber schon mal Feuerholz hacken...
Frage mich sowieso, wieso immer noch auf Gas gesetzt wird.
smokey55 02.11.2015
3. es wird kalt!
Was ein Glück dass ich noch genug Holz hinter der Hütte habe. Angesichts der Sanktionen, dem Verhalten der Ukraine und der Weitsicht unserer Regierenden, bzw, was die dafür halten, kann einem Angst und Bange werden. Da kann man nur hoffen, dass Nord-Stream genug Kapazität hat und das polit. Klima EU - RU halbwegs stabil bleibt.
nesmo 02.11.2015
4.
sagt doch alles. Die Bundesregierung meint, der Markt hat es schon immer gerichtet, dass genügend Gasreserven gebildet wurden. Leider hat sie nicht bemerkt, dass der Markt nun anders funktioniert. Also muss sie nun dringend handeln, was aber schwierig ist, weil sie grundsätzlich nicht marktregulierend eingreifen will, denn so entstehen höhere Preise. Bis die Regierung eine Eingriffsmöglickeit gefunden hat, die nicht den Gasmarkt zu sehr reglementiert, kann es aber zu spät sein.
rbwntr 02.11.2015
5. Gerade die Grünen sollen
mal den Mund nicht so weit aufreißen! Wer veranstaltet denn seit Jahren eine Hexenjagd auf die deutschen Gasgewinnungsunternehmen und das "ach so böse" Fracking?
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