Erneuerbare Energien Deutschland verfehlt das EU-Ziel deutlich

Die EU verlangt einen Anteil an erneuerbaren Energien von 18 Prozent bis 2020. Deutschland entfernt sich von diesem Ziel immer weiter, zeigt eine Studie. Experten kritisieren den steigenden Energieverbrauch.
Arbeiter auf dem Maschinenhaus einer Windkraftanlage

Arbeiter auf dem Maschinenhaus einer Windkraftanlage

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Für erneuerbare Energien sieht es trotz der vielen politischen Versprechungen immer schlechter aus. Laut EU-Richtlinie soll der Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen am Endenergieverbrauch im Jahr 2020 bei 18 Prozent liegen. Noch im April errechnete der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), dass nur ein Anteil von 16,7 Prozent erreicht werde. Jetzt schraubt er die Prognosen noch weiter runter auf nur 16 Prozent. Dies geht aus einer neuen Studie hervor.

Grund für die pessimistische Sicht ist laut dem Verband ein gestiegener Energieverbrauch bei Wärme und Verkehr. Das 18-Prozent-Ziel werde in noch weitere Ferne rücken, wenn sich der Verbrauchsanstieg weiter fortsetzt. "Die nächste Bundesregierung muss die Regelung der Energiewirtschaft grundlegend modernisieren", sagt BEE-Geschäftsführer Peter Röttgen.

Der Anteil der erneuerbaren Energien beim Stromverbrauch lag laut BEE bei 31,7 Prozent, bei Wärme nur bei rund 13 Prozent und im Verkehr gerade mal bei fünf Prozent. Bis 2020 werde der Anteil beim Strom auf knapp 40 Prozent steigen, bei der Wärme jedoch bei 13 Prozent stagnieren und im Verkehr leicht ansteigen auf 6,1 Prozent.

Die EU-Richtlinie beinhaltet unterschiedliche Vorgaben für die Mitgliedstaaten, im Schnitt sind 20 Prozent das Ziel. Dem BEE zufolge drohen fünf der 28 EU-Mitgliedstaaten ihre Vorgaben zu verfehlen. Neben Deutschland seien das Irland, Großbritannien, die Niederlande und Luxemburg.

"Das Land der Energiewende ist damit seinen Namen derzeit nicht wert", sagt Michael Schäfer vom WWF angesichts der Berechnung. "Die neue Bundesregierung muss zwingend ein Sofortprogramm Klimaschutz 2020 auflegen."

laj/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.