Eurozone Eurostat korrigiert Inflationsrate nach unten

Die Inflationsrate in der Eurozone ist auf einem niedrigen Niveau. Im August sind die Preise sogar noch weniger gestiegen als zunächst angenommen: Die Statistikbehörde Eurostat korrigierte nun ihre erste Schätzung nach unten.

Kaufhaus in Paris: Verbraucherpreise steigen kaum
REUTERS

Kaufhaus in Paris: Verbraucherpreise steigen kaum


Die Inflation in der Eurozone war im August noch niedriger als zunächst geschätzt. Die europäische Statistikbehörde Eurostat korrigierte am Mittwoch ihre erste Schätzung nach unten: Demnach betrug die jährliche Inflationsrate im August 0,1 Prozent. Zunächst waren die Statistiker von 0,2 Prozent ausgegangen.

Seit Monaten versucht die Europäische Zentralbank (EZB), die gefährlich niedrige Inflation mit einer besonders lockeren Geldpolitik zu bekämpfen. Doch bislang ohne Erfolg: Den neuen Zahlen zufolge sank die Teuerungsrate im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkt. Im Juli waren die Preise noch um 0,2 Prozent gestiegen.

Laut den Statistikern hat sich im August Energie deutlich um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbilligt. Dagegen waren die Preise für Nahrungsmittel um 1,3 Prozent und Dienstleistungen um 1,2 Prozent gestiegen. Industriegüter verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,4 Prozent. Die Kerninflationsrate (ohne schwankungsanfällige Güter wie Lebensmittel und Energie) fiel von 1,0 Prozent im Vormonat auf 0,9 Prozent.

Die Teuerungsrate liegt damit weiterhin deutlich unter die Zielmarke der EZB, die knapp zwei Prozent anstrebt. Bei diesem Niveau geht sie von stabilen Preisen aus. EZB-Präsident Mario Draghi hatte zuletzt eine weitere geldpolitische Lockerung in Aussicht gestellt, falls sich die Inflationserwartungen weiter eintrüben sollten.

brk/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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nervenzusammenbruch 16.09.2015
1. wow
nahezu keine inflation. der Euro steht kurz vor der deflation aber gleich kommen wieder die Leute die von der wachsweichwährung Euro schwadronieren
wo_st 16.09.2015
2. Dort wo eingegriffen wird, wird es schrecklich.
Da wo unsere Politiker und Banker lenkend eingreifen, wird es für den Bürger teuer. Die Dragis dieser Welt sollten ihre Finger aus unseren Geldbeutel herausnehmen.
Andreas1979 16.09.2015
3. Da man zulässt, dass immer mehr Länder
ausgebeutet werden, in Form von Arbeit und dies hier nicht durch Zölle bei der Einfuhr verteuert wird, kann es keine Inflation geben. Würde dies wie nach dem zweiten Weltkrieg alles hier produziert, dann sähe die Inflation ganz anders aus. Dann wären wir wieder bei 1923 angekommen. Zum Glück kann die Regierung sagen, ist der freie Handel da und es gibt keine unruhen wie in den damaligen Zeiten.
rolli 16.09.2015
4.
Für niemanden der verantwortlich handelt ist eine positive Inflationsrate ein Ziel, und eine negative Inflationsrate ein Desaster. Allerdings ist für die Neoliberalinskies in Europa, also fast alle Länder, dies ein völliges Desaster, denn nur mit einer positiven Inflationsrate lässt sich ein Wachstum erzeugen, denn die neoliberale Religion geht - eine einfältige Annahme - von linearen Prozessen aus, heisst von ewigem Wachstum, gesponsert durch Inflationsraten von 2%. Das ist der wahre Grund für das Jammern. Und nun zur EZB. Wer glaubt - kindlich und kindisch - dass man mit einem Überangebot eine Nachfrageschwäche ausgleichen kann, produziert auf Halde und erzeugt erst noch die Deflation. rolli
spon-facebook-10000061989 16.09.2015
5.
Tja, sinkende Löhne(Südeuropa) bedeuten Deflation. Dummerweise kann die EZB nicht die Löhne steuern. Kampf an falscher Front. Aber es sollen ja alle ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Gegenüber dem Mars, der Venus und dem Merkur. Der nächste Exo-Planet ist noch zu weit weg für unsere Wettbewerbsträumer....
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