Eurozone Verbraucherpreise fallen im Mai

Der Rückgang war nicht so stark wie im Vormonat - dennoch sind die Verbraucherpreise im Mai erneut gefallen. Während Energie billig blieb, verteuerten sich in der Eurozone vor allem Dienstleistungen.

Supermarktkasse
AP

Supermarktkasse


Im Mai sind die Verbraucherpreise in der Eurozone weniger stark gefallen als im Vormonat. Der nach europäischer Methode errechnete Verbraucherpreisindex (HVPI) sei im Jahresvergleich um 0,1 Prozent gesunken, teilte das Statistikamt Eurostat nach einer ersten Schätzung mit. Im April hatte die Jahresinflationsrate noch bei minus 0,2 Prozent gelegen.

Erneut drückten die im Jahresvergleich deutlich gefallenen Energiepreise die Lebenshaltungskosten. Energie kostete 8,1 Prozent weniger als im Mai 2015. Im Vormonat waren die Preise um 8,7 Prozent gesunken. Dienstleistungen verteuerten sich hingegen um 1,0 Prozent. Für Lebensmittel, Alkohol und Tabak mussten die Verbraucher 0,8 Prozent mehr zahlen.

Die Kernrate der Inflation, ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie, Nahrungs- und Genussmittel, legte zu. Sie stieg von 0,7 Prozent im Vormonat auf 0,8 Prozent.

Fotostrecke

4  Bilder
Gefährlicher Preisverfall: Wie Deflation entsteht

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt als Idealwert für die Wirtschaft eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Im Kampf gegen eine Deflation - einem für die Wirtschaft schädlichen Preisverfall auf breiter Front - hat die EZB im März ihre Geldpolitik erneut gelockert.

Der Leitzins wurde auf null gesetzt, die Strafgebühren für die bei ihr geparkten Einlagen der Banken erhöht und der Kauf von Wertpapieren ausgedehnt. Damit sollen Anleihenmärkte für Banken unattraktiver werden, sie sollen das Geld stattdessen als Kredite vergeben. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die Inflation nach oben treiben.

brt/Reuters/dpa

insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
salkin 31.05.2016
1.
Ich bin mal gespannt, welche Argumente sich die EZB einfallen lässt, wenn der Ölpreis Ende 2016 immer noch bei 50 $ steht und sich der Inflationseffekt bei den Energiepreisen umkehrt. Wahrscheinlich werden dann die Geschichten von der unsicheren Weltkonjunktur und den bevorstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland als Vorwand genommen um weiter munter Staatsfinanzierung, Hypothekenfinanzierung und jetzt auch Unternehmensfinanzierung zu rechtfertigen. Vielleicht sollte die EZB gleich ganz die Bankgeschäfte in der Eurozone übernehmen.
quark2@mailinator.com 31.05.2016
2.
Wenn die reale Kaufkraft der Masse der Leute nicht groß steigt, wird es halt auf Dauer schwer mit der gewünschten Inflation.
TheFrog 31.05.2016
3. Unattraktive Märkte für Banken ?
"Damit sollen Anleihenmärkte für Banken unattraktiver werden, sie sollen das Geld stattdessen als Kredite vergeben." -- _Zitat Ende Wenn die Anleihenmärkte unattraktiver werden, suchen sich die Banken andere Betätigungsfelder. Kredite ? Wofür ? Für die Konsumenten, die zum Mindestlohn arbeiten und in prekären Arbeitsverhältnissen gerade mal über den Monat kommen ? Für Firmen, die Investitionen nicht tätigen, weil das Umfeld zu wenig berechenbar ist. Für Startups mit guten Ideen, die keine Sicherheiten haben ? Die Marktmechanismen, die vor langer Zeit einmal gültig waren und auch halbwegs funktioniert haben, sind doch komplett aus den Angeln gehoben worden. Da funktioniert nichts mehr wirklich, und schon gar nicht die "Instrumente" der EZB. Ein kaputtes, korruptes und ineffizientes System, das sich gerade mal so über Wasser hält. Da werden allen Ernstes "faire Kredite" ab 7,95 % angeboten, Bonität vorausgesetzt. 7,95 % ist eine Unverschämtheit. Mit dem Geld ist es wie mit der Milch. Zuviel am Markt. Milch ist ein Lebensmittel und wird geradzu inflationär in den Markt gedrückt, aber mit Milch kann man überleben (physich),aber Geld kann man nicht essen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.