Exportstopp aus Indien Weizenpreis steigt auf neuen Rekord

Erst Russlands Krieg, nun hat Indien die meisten Ausfuhren untersagt: Weizen wird am Weltmarkt zu einem immer knapperen Gut. Dabei lagern Millionen Tonnen in der Ukraine.
Weizentransport im indischen Amritsar

Weizentransport im indischen Amritsar

Foto: Narinder Nanu / AFP

Der Preis für das Brotgetreide Weizen ist auf ein neues Hoch gestiegen: Im europäischen Handel an der Börse Euronext kostete die Tonne am Morgen 435 Euro. Grund ist das am Samstag von Indien verkündete Exportverbot von Weizen.

Mit knapp 110 Millionen Tonnen war Indien im Jahr 2020 laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen der zweitgrößte Weizenproduzent der Welt. Nun leidet Indien unter einer Hitzewelle, entsprechend mager dürfte die Weizenernte ausfallen. Die Ertragsschätzung für dieses Jahr wurde bereits nach unten korrigiert. Die Regierung will die Versorgungssicherheit im Land gewährleisten.

Handelsminister Shri Subrahmanyam betonte aber, dass Ausfuhren mit ausdrücklicher Genehmigung der Regierung weiter erlaubt seien: »Wir wollen nicht, dass Weizen unreguliert verkauft wird und dann entweder gehortet oder nicht in dem von uns erhofften Sinne genutzt wird: nämlich die Nöte verletzlicher Staaten und verletzlicher Menschen zu lindern.«

Der Ukrainekrieg hat zur Verknappung von Weizen auf dem Weltmarkt geführt und damit zu stark steigenden Preisen. In der Ukraine lagern nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums 20 Millionen Tonnen Getreide, die angesichts blockierter Lieferwege und Häfen nicht exportiert werden können. Bis zu 40 Millionen Tonnen Getreide könnte die kommende Ernte bringen. Der Krieg verhindert vielerorts die Aussaat.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, Indien habe in einem Jahr 110 Millionen Tonnen Weizen exportiert. Tatsächlich bezog sich die Zahl auf die gesamte Weizenproduktion des Landes. Wir haben den Fehler korrigiert.

ssu/AFP