Ferrero Streit um "Raffaelo" geht in die Berufung

Wie viele "Raffaello" sind in einer Packung? Hersteller Ferrero soll einem Gerichtsurteil zufolge die genaue Zahl der Süßigkeit angeben. Das Unternehmen sträubt sich.

"Raffaello"-Konfekt von Ferrero
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"Raffaello"-Konfekt von Ferrero


Der Süßwarenhersteller Ferrero muss bei seinem Konfekt "Raffaello" die Mengenangaben auf der Verpackung präzisieren. Das Unternehmen müsse die Stückzahl pro Packung nennen, urteilte das Frankfurter Landgericht. Die Angabe in Gramm helfe Konsumenten nicht, heißt es in dem noch nicht rechtskräftigen Urteil.

"Verbraucher müssen die Anzahl entweder sehen können, oder sie muss auf der Verpackung stehen. Nur so können sie unserer Ansicht nach die Menge richtig einschätzen", sagte Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen in Frankfurt. Die Verbraucherschützer hatten Ferrero nach der Beschwerde eines hessischen Verbrauchers abgemahnt.

Ferrero verkauft seine "Raffaelo" in drei unterschiedlichen Packungsgrößen von 40-, 150- und 230-Gramm-Packungen. In der 40-Gramm-Packung befinden sich vier Pralinen, in der 150-Gramm-Schachtel sind es 15 und in der großen Box 23 Stück.

Ferrero geht in Berufung

Die EU-Lebensmittelverordnung verpflichte Hersteller, neben der Nettofüllmenge auch die Stückzahl offenzulegen, wenn sie mehrere einzeln verpackte Pralinen, Schokoriegel oder Eisportionen in einer Verpackung anbieten, teilten die Verbraucherschützer mit.

Das Gericht stufte demnach die Umhüllung der "Raffaellos" als Einzelverpackung ein. Ferrero habe argumentiert, es handele sich um eine Trennhilfe - vergleichbar etwa mit dem Einwickelpapier von Bonbons.

Ferrero hat eigenen Angaben zufolge gegen das Urteil vom 11. Oktober Berufung eingelegt. "Die Umsetzung eines solchen Urteils ginge an der Praxis vorbei und hätte Auswirkungen auf die gesamte Süßwarenindustrie", begründete das Unternehmen den Schritt. "Um für Ferrero und auch die Branche Rechtssicherheit herzustellen und eine praxisgerechte Entscheidung zu erreichen, liegt der Fall nun dem Oberlandesgericht Frankfurt zur Überprüfung vor."

brt/dpa



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