Hohe Inflation, teure Energie Finanzämter sollen überforderten Steuerzahlern entgegenkommen

Teure Energie, stockende Lieferketten, Inflation: Privatleute und Firmen leiden unter massiven Belastungen. Finanzminister Lindner will nun für Steuerzahler etwas Druck rausnehmen.
Vordruck einer Einkommensteuererklärung

Vordruck einer Einkommensteuererklärung

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Der Fiskus soll Privathaushalte und Firmen nicht überfordern. In einem mit den obersten Finanzbehörden der Länder abgestimmten Schreiben des Bundesfinanzministeriums heißt es, auf Antrag könnten fällige Steuerzahlungen gestundet und Vorauszahlungen angepasst werden. »Die Finanzbehörden werden diese besondere Situation bei nicht unerheblich negativ wirtschaftlich betroffenen Steuerpflichtigen angemessen berücksichtigen.«

Die Ausnahmen bei der Einkommens- und Körperschaftssteuer gelten zunächst bis zum 31. März 2023. In dem Schreiben wird auf massive wirtschaftliche Folgen des Krieges in der Ukraine und der Sanktionen gegen Russland verwiesen. Wegen der hohen Energiepreise können Steuerzahler demnach zeitweise nicht mehr in der Lage sein, ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Zuletzt wurde bereits der Mehrwertsteuersatz auf Gas und Fernwärme zeitlich befristet von neunzehn auf sieben Prozent gesenkt. Außerdem wurden Entlastungspakete geschnürt, die zum großen Teil aber noch umgesetzt werden müssen.

Die Finanzämter sollen dem Schreiben zufolge ihre gesetzlich möglichen Spielräume nutzen. Vollstreckungsmaßnahmen können zum Beispiel ausgesetzt werden. Betroffene werden gebeten, Kontakt mit den Behörden aufzunehmen.

ssu/Reuters
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