"Finanztest"-Urteil Das sind die besten Zahnzusatzversicherungen

Zahnersatz ist teuer - und die Kassen zahlen nicht viel. Mit Zusatzversicherungen können Patienten die hohen Kosten drücken. Doch was taugen die Policen?

DPA


Keine andere Zusatzversicherung ist in Deutschland so beliebt wie die für Zähne: Etwa 15 Millionen Kunden haben eine abgeschlossen. Sie soll helfen, die hohe Rechnung zu begleichen, wenn ein oder mehrere kaputte Zähne repariert werden.

Denn die Krankenversicherung trägt die Kosten für Zahnersatz und viele andere Zahnarztleistungen nicht komplett. So kommen auf Patienten schnell Summen zu, für die man sich auch einen Kleinwagen kaufen könnte. Bei einer teuren Implantatversorgung etwa deckt der Anteil der Krankenkasse noch nicht einmal zwölf Prozent der Kosten, den Rest zahlen Patienten aus eigener Tasche. Doch auch bei sogenannten Standardversorgungen (einfache Kronen und Brücken) zahlt die Krankenkasse nicht komplett, sondern trägt nur 50 bis 65 Prozent der vorgegebenen Preise.

Die Zeitschrift "Finanztest" hat 234 Policen untersucht (Die kompletten Ergebnisse finden Sie hier). Das Ergebnis: Fast zwei Drittel erhielten das Qualitätsurteil "sehr gut" oder "gut". Beurteilt haben die Prüfer, was ein Versicherer für Zahnersatz leistet. "Je mehr er auch für teure Versorgungen zahlt und je weniger er die Kunden einschränkt, desto besser die Qualität", heißt es bei "Finanztest".

Besonders wichtig ist eine Versicherung, wenn der Zahnersatz über die Regelversorgung hinausgehen soll. Solche leistungsstarken Tarife sind besonders bei teuren Behandlungen wie Implantaten wertvoll. Mit der Bestnote "sehr gut" liegen hier vier Tarifangebote an der Spitze: Zahn Prestige der Bayerischen, DFV-Zahnschutz Exklusiv 11 der Deutschen Familienversicherung, EZL der HanseMerkur und Zahn 100 der Ottonova. Bei den Tarifen zahlt ein 43-jähriger Modellkunde 40 bis 42 Euro im Monat, die Beiträge steigen auf maximal 65 bis 70 Euro.

Das sind die besten Zahnzusatztarife

Anbieter Tarif Monatsbeitrag
für 43-jährige in Euro
Qualitätsurteil
Bayerische Zahn Prestige 41 "sehr gut" (0,5)
DFV DFV-Zahnschutz Exklusiv 100 40 "sehr gut" (0,5)
HanseMerkur EZL 41 "sehr gut" (0,5)
Ottonova Zahn 100 42 "sehr gut" (0,5)
DKV KombiMed KDTP100 36 "sehr gut" (0,6)
DKV KombiMed KDTP100 + KombiMed KDBE 46 "sehr gut" (0,6)
DKV KombiMed KDTP100 + KombiMed KDBS 42 "sehr gut" (0,6)
LVM Zahn Premium 41 "sehr gut" (0,6)
Arag Dent 100 53 "sehr gut" (0,8)
Hallesche DentZE.100 18 "sehr gut" (0,8)
Hallesche DentZE.100 + DentPRO.80 26 "sehr gut" (0,8)
Hallesche DentZE.100 + DentZB.100 23 "sehr gut" (0,8)
Hallesche Giga.Dent 30 "sehr gut" (0,8)

Quelle: Finanztest

Für Verbraucher, die mit der Regelversorgung zufrieden sind, genügt ein einfacherer Tarif. Bereits für drei Euro im Monat bekommen 43-jährige etwa den Tarif KombiMed KDT50 der DKV.

Ein Muss ist eine Zusatzversicherung aber laut "Finanztest" nicht. Es sei möglich, für Zahnersatz ebenso Geld beiseitezulegen wie für Autoreparaturen oder für eine neue Waschmaschine.

hej

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
so-long 16.04.2019
1. Vorsicht!
Wenn es zum Eid (aka Versicherungsfall) kommt, werden die Karten neu gemischt: die Versicherungen prüfen ALLES, um die Zahlungen zu drücken. Inclusive Herausgabe der individuellen Patientenkarteiblätter der Letzten 10 Jahre. Deswegen sind in den (zB) versprochenen „80%-Versicherungsleistungen“ nie 80% drin, sondern vielleicht 50-60%.
Bastian__ 16.04.2019
2. unnütze Versicherung
nur wer schon die Diagnose auf schlechte Zähne hat, sollte die Versicherung abschließen, für alle anderen ist so eine Versicherung rausgeschmissenes Geld. Wer im Alter von 20 Jahren in die Versicherung eintritt hat, in den 40 Jahren bis 60 ca. 40 Euro * 12 * 40 = 19.200 Euro eingezahlt. Diese Summe sollte auch bei sehr komplizierten Behandlungen die Zuzahlung decken können. - Daher sind diese Versicherung für die Versicherungen auch so lukrativ, denn es gibt nur sehr sehr wenige Versicherungsnehmer, die mit den Ausgaben auch nur in die Nähe der Einzahlung kommen. -
yvowald@freenet.de 16.04.2019
3. Besser selbst Rücklagen bilden
Zitat von Bastian__nur wer schon die Diagnose auf schlechte Zähne hat, sollte die Versicherung abschließen, für alle anderen ist so eine Versicherung rausgeschmissenes Geld. Wer im Alter von 20 Jahren in die Versicherung eintritt hat, in den 40 Jahren bis 60 ca. 40 Euro * 12 * 40 = 19.200 Euro eingezahlt. Diese Summe sollte auch bei sehr komplizierten Behandlungen die Zuzahlung decken können. - Daher sind diese Versicherung für die Versicherungen auch so lukrativ, denn es gibt nur sehr sehr wenige Versicherungsnehmer, die mit den Ausgaben auch nur in die Nähe der Einzahlung kommen. -
Interessentinnen und Interessenten sollten immer im Kopf behalten, daß Versicherungsanbieter an ihren Produkten "verdienen" wollen. Das beginnt bei den Provisionsvertreterinnen und -Vertretern, setzt sich bei den Gebiets- und Regionaldirektorinnen und -direktoren fort und endet bei den Aktionärinnen und Aktionären, die für ihre Aktienpakete möglichst hohe Renditen erwarten. Also zahlen am Ende wir als Versicherungskundinnen und -kunden immer drauf. Besser wäre es deshalb, persönliche Rücklagen für Zahnersatz oder sonstige Krankheitsaufwändungen zu bilden - für den Fall der Fälle.
haarer.15 16.04.2019
4. Man fühlt sich beruhigter mit ...
Eine Zahnzusatz-Versicherung halte ich für eminent wichtig. Das ist ein überschaubarer Beitrag im Monat, eigentlich machbar für jeden. Bei mir ist es keine Vollabsicherung, aber im Fall des Falles wird das zumindest gut abgefedert. Wer meint, sich das nicht leisten zu können, setzt falsche Prioritäten.
KickIt 16.04.2019
5. Eine Versicherung
sollte man abschließen um Existenz bedrohende Risiken abzusichern. Gebäudeversicherung, Haftpflicht, Berufsunfähigkeit und Rechtsschutz (um sich im Fall der Fälle die Leistungen der BU zu erstreiten :-)). Alles andere ist nur Geld in den Rachen der Versicherungen werfen.
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