Flucht vor Zusatzbeiträgen Hunderttausende wechseln Krankenkasse

Viele Krankenkassen erheben Zusatzbeiträge - und werden von ihren Kunden dafür abgestraft. Allein die DAK hat im vergangenen Jahr 460.000 Versicherte verloren, bei der KKH waren es 190.000. Gewinner sind günstige Anbieter wie Barmer oder TK.
Versichertenkarten: Sonderkündigungsrecht bei Erhebung eines Zusatzbeitrags

Versichertenkarten: Sonderkündigungsrecht bei Erhebung eines Zusatzbeitrags

Foto: Daniel Karmann/ dpa

Berlin - In die gesetzliche Krankenversicherung kommt Bewegung. Weil viele Kassen Zusatzbeiträge erheben, haben im vergangenen Jahr Hunderttausende Versicherte ihren Anbieter gewechselt. Allein der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) kehrten innerhalb von zwölf Monaten rund 460.000 Versicherte den Rücken, die Zahl der Mitglieder sank bis Anfang 2011 auf 5,8 Millionen. Dies berichtet die "Leipziger Volkszeitung" nach einer Umfrage unter mehreren Kassen.

Bei der KKH-Allianz ging die Zahl der Versicherten um knapp 190.000 auf 1,86 Millionen zurück. "Ein Großteil der Kündigungen ist auf das Sonderkündigungsrecht nach Einführung des Zusatzbeitrags zurückzuführen", sagte eine Sprecherin der KKH-Allianz dem Blatt.

Beide Krankenkassen verlangen von ihren Mitgliedern seit dem Frühjahr 2010 einen Zusatzbeitrag von acht Euro pro Monat.

Krankenkassen ohne Zusatzbeitrag gewannen dagegen Mitglieder, wie die Umfrage der Zeitung ergab. Bei der Barmer GEK stieg die Versichertenzahl um etwa 100.000 auf 8,6 Millionen, bei der Techniker Krankenkasse (TK) um 339.000 auf 7,6 Millionen, bei der IKK Classic um 46.000 auf 1,86 Millionen. Die Vereinigte IKK wuchs um knapp 26.200 auf 1,65 Millionen Mitglieder, die Knappschaft um 44.800 auf 1,72 Millionen Versicherte.

wal/dpa
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