Reisechaos Flughäfen rechnen ab Mitte August mit Hunderten ausländischen Hilfskräften

An vielen deutschen Flughäfen sorgt der Personalmangel gerade für lange Wartezeiten und Ausfälle. Ab Mitte August sollen nun Hilfskräfte aus dem Ausland kommen. Doch im Luftverkehr könnten weitere Streiks drohen.
Reisende am Flughafen Frankfurt am Main: »In den Endzügen«

Reisende am Flughafen Frankfurt am Main: »In den Endzügen«

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Weil Flughäfen und Airlines während der Pandemie massenhaft Personal abgebaut haben, versinken viele deutsche Flughäfen im Chaos. Bald jedoch sollen Hunderte Hilfskräfte aus dem Ausland die Situation lindern. Es sei »realistisch, dass bis Mitte August 250 ausländische Hilfskräfte da sind«, sagte der Vorstandsvorsitzende des Arbeitgeberverbandes der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL), Thomas Richter, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

An den Flughäfen München, Nürnberg und Frankfurt könnten die Hilfskräfte Abhilfe schaffen. Mit Blick auf die erforderlichen Unterlagen liege man in den »Endzügen«. Noch gebe es jedoch bürokratische Hürden.

Im Juni hatte die Bundesregierung die Möglichkeit geschaffen, Aushilfskräfte aus Drittstaaten – überwiegend aus der Türkei – zu rekrutieren. Die Hilfskräfte müssen aber eine Zuverlässigkeitsprüfung durchlaufen. Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands, Ralph Beisel, sagte dem RND, die Rekrutierung von dringend benötigtem Personal könne durch eine effizientere und damit kürzere Prüfung »deutlich erleichtert werden, ohne dass auf Sicherheitsstandards verzichtet wird.«

Die Arbeitskämpfe gehen weiter

Wie reibungslos Flugreisen im Laufe des Monats verlaufen werden, hängt jedoch nicht nur davon ab. Denn das Bodenpersonal der Lufthansa ist immer noch im Arbeitskampf. Am vergangenen Mittwoch wurden wegen Streiks in Frankfurt und München über 1000 Flüge gestrichen, rund 134.000 Fluggäste waren betroffen. An diesem Mittwoch treffen sich die Delegationen der Lufthansa und Ver.di zur dritten Verhandlungsrunde. Die Gewerkschaft fordert 9,5 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten, mindestens aber 350 Euro monatlich. Kommt es zu keiner Einigung, drohen weitere Streiks.

Unklar ist auch, wie es bei den Piloten weitergeht. Vergangene Woche hatten sich die Mitglieder der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit mit einer deutlichen Mehrheit für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Ein Streik der rund 5000 Piloten bei der Lufthansa ist somit ab sofort möglich. Bisher wurde jedoch noch kein Streik beim Vorstand des Unternehmens beantragt.

jlk/dpa
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