Nach Flutkatastrophe Bundesbank wäscht Bargeld

Bei der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden Millionen von Euro verdreckt. Die Bundesbank tauscht das Geld um – und arbeitet auf Hochtouren, um es buchstäblich zu waschen.
Verdrecktes Bargeld aus den Flutgebieten: Die Bundesbank säubert Banknoten

Verdrecktes Bargeld aus den Flutgebieten: Die Bundesbank säubert Banknoten

Foto: Boris Roessler / dpa

Bei der Flutkatastrophe wurden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auch große Summen an Bargeld beschädigt. Bisher reichten Privatleuten sowie Banken und Sparkassen mehr als 50 Millionen Euro bei der Bundesbank zur Rückerstattung ein. Die oft stark mit Schlamm, Abwässern und Heizöl verdreckten Geldscheine werden von Spezialisten der Bundesbank in Mainz gewaschen, getrocknet und geprüft.

Lange sollten Menschen nicht mehr damit warten, ihr Geld einzureichen. »Die Bearbeitung der Noten muss so schnell wie möglich erfolgen, bevor sie verklumpen und hart wie Beton werden«, erklärte Bundesbankvorstand Johannes Beermann im Analysezentrum für Falschgeld und beschädigtes Bargeld.

Die eingeschweißt angelieferten Bündel stinken teils eklig, wenn sie aus der Plastikfolie herausgenommen werden. Spezialisten waschen die Scheine vorsichtig, befreien sie von Dreck, trocknen und glätten sie dann. Andere prüfen und zählen die Scheine.

Kostenloser Service

Für die Bürgerinnen und Bürger ist der Service kostenlos. Die eingereichten Summen wurden registriert und werden zurückerstattet. Dabei müssen jedoch zwei wichtige Bedingungen erfüllt sein: Von einer Banknote müssen 50 Prozent »plus ein weiterer Schnipsel« vorhanden sein, wie Beermann erklärte. Außerdem darf es sich nicht um Falschgeld handeln. Geldfälscher, die versuchten, der Bundesbank mit Dreck verschmutzte Blüten unterzujubeln, hätten »keine Chance«, sagte Beermann.

Bei der Bundesbank wird das Geld gewaschen und getrocknet

Bei der Bundesbank wird das Geld gewaschen und getrocknet

Foto: Boris Roessler / dpa

Privatleute können das »Flutgeld« bei der Bundesbank einreichen, bei ihrer Geschäftsbank oder per Post schicken. Die bislang in Mainz eingetroffenen 51 Millionen Euro stammen aus den Bundesbankfilialen Köln (25 Millionen), Dortmund (12 Millionen), Koblenz (10 Millionen) und Saarbrücken (4 Millionen). Üblicherweise treffen in einem ganzen Jahr 40 Millionen Euro im Analysezentrum ein.

hba/dpa
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