Corona-Rezession Steuereinnahmen in der EU sinken erstmals seit zehn Jahren

Die Coronakrise hat tiefe Spuren bei den Finanzen der EU-Mitgliedstaaten hinterlassen. Besonders heftig fiel der Rückgang in Ländern aus, die stark vom Tourismusgeschäft abhängen.
Strand in Griechenland

Strand in Griechenland

Foto: Agenturfoto/ imago images/ANE Edition

Erstmals seit mehr als zehn Jahren sind in den EU-Staaten die Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben letztes Jahr während der Coronapandemie gesunken. Nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat vom Freitag nahmen die EU-Länder 2020 rund 5,5 Billionen Euro Steuern und Sozialabgaben ein, 215 Milliarden weniger als 2019. Allein in der Eurozone sanken die Einnahmen demnach um 206 Milliarden Euro. Es sei das erste Mal seit 2009, dass Steuereinnahmen sinken, schrieben die Statistiker.

Gründe für den Rückgang waren Eurostat zufolge der generelle Wirtschaftsabschwung während der Pandemie sowie Hilfsmaßnahmen wie Steuersenkungen, um die Effekte der Krise für Bürgerinnen und Bürger abzufedern.

740 Milliarden Steuereinnahmen in Deutschland

Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung stiegen die Steuereinnahmen hingegen leicht, da die Wirtschaft während der Pandemie schrumpfte. Im vergangenen Jahr betrugen Steuern und Sozialabgaben 41,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der EU-Staaten, verglichen mit 41,1 Prozent im Jahr zuvor.

Am höchsten war der Steueranteil, gemessen an der Wirtschaftsleistung, in Dänemark (47,6 Prozent), Frankreich (47,5 Prozent) und Belgien (46,2 Prozent), gefolgt von Schweden (43,4 Prozent) und Italien (43 Prozent).

Deutschland lag mit 41,5 Prozent nur knapp über dem EU-weiten Durchschnitt. Am geringsten war der Steueranteil in Irland (20,8 Prozent), Rumänien (27,2 Prozent) und Malta (30,4 Prozent). Die vollständige Tabelle finden Sie hier .

2020 verzeichneten insgesamt 21 EU-Staaten teils deutlich Rückgänge bei den Steuereinnahmen. Am heftigsten fiel das Minus in Ländern aus, die stark vom Tourismus abhängen, darunter Griechenland (minus 11 Prozent) und Kroatien (minus 9 Prozent). In Deutschland nahmen Bund, Länder und Gemeinden im vergangenen Jahr knapp 740 Milliarden Euro Steuern ein. Das waren 59,6 Milliarden Euro weniger als 2019, ein Minus von 7,5 Prozent.

beb/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.