Für Kleinbeträge Frankreich schafft Bonpflicht ab

Es geht auch ohne Bons: In Frankreich sollen Kassenzettel für Kleinbeträge nur noch auf Wunsch der Kunden gedruckt werden. Ein Gesetz gegen "Verschwendung" sieht weitere Umweltschutzmaßnahmen vor.
Boulangerie in Paris (Symbolbild): Die Franzosen wollen auf Bons für Kleinbeträge verzichten

Boulangerie in Paris (Symbolbild): Die Franzosen wollen auf Bons für Kleinbeträge verzichten

Foto: Michel Euler/ AP

Während Finanzminister Olaf Scholz trotz der Protest vor allem von Bäckern gegen eine neu eingeführte Kassenbonpflicht ignoriert, geht sein französischer Amtskollege den umgekehrten Weg: Für Bagatellfälle soll die Pflicht zum Ausdruck eines Kassenzettel abgeschafft werden. Vor allem mit Blick auf die Müllberge will das Parlament am Donnerstag das Aus besiegeln. Nach dem Gesetzentwurf der Regierung sollen ab September Kassenzettel bis zu zehn Euro nicht mehr ausgedruckt werden - außer, der Kunde wünscht dies ausdrücklich. Ab 2021 fallen Kassenzettel bis zu 20 Euro weg, ab 2022 solche bis zu 30 Euro.

Schon jetzt nehmen es die Franzosen mit der Bonpflicht nicht so genau: Wer sein Baguette in einer Bäckerei kauft, bekommt in vielen Fällen keinen Kassenzettel. In Deutschland müssen Händler und Restaurants dagegen seit dem 1. Januar jedem Kunden einen Bon aushändigen.

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Das französische Gesetz gegen "Verschwendung" sieht noch andere Maßnahmen zum Umweltschutz vor: Danach dürfen nicht verkäufliche Textilien und Hygieneartikel ab 2022 nicht mehr vernichtet werden, sondern müssen gespendet oder - im Fall von Textilien - recycelt werden.

Zudem soll es ein neues Label für die "Reparierbarkeit" von Fernsehern oder Handys geben. Damit will die Regierung verhindern, dass wie bisher 60 Prozent der defekten Elektro-Geräte auf dem Müll landen.

Auch gegen die sich häufenden Plastikberge geht Frankreich vor: Schnellrestaurants müssen spätestens ab 2023 wiederverwendbare Verpackungen und Besteck benutzen. Ein zunächst geplantes Pfand für Plastikflaschen wie in Deutschland wird es aber vorerst nicht geben.

brt/AFP