Futterskandal Kontrolleure finden Dioxin-Eier in mehreren Bundesländern

In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt sind mit Dioxin belastete Bio-Eier aufgetaucht. Kontrolleure vermuten als Ursache verseuchtes Hühnerfutter. Eine Gesundheitsgefahr besteht nicht - dennoch nehmen Lebensmittelhändler wie Lidl nun Eier aus dem Sortiment.

Eier (Archivbild): Belastete Nahrung in mehreren Bundesländern
DDP

Eier (Archivbild): Belastete Nahrung in mehreren Bundesländern


Magdeburg - In mehreren Bundesländern haben die Behörden mit Dioxin belastete Bio-Eier entdeckt und Dutzende Legehennenbetriebe vorsorglich stillgelegt. Betroffen waren offiziellen Angaben vom Freitag zufolge 19 Höfe in Niedersachsen, mehrere in Nordrhein-Westfalen und einer in Sachsen-Anhalt.

Der Discounter Lidl nahm nach eigenen Angaben bereits Bio-Eier aus dem Sortiment. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz sowie des niedersächsischen Verbraucherschutzministeriums folgten andere Lebensmittelhändler dem Beispiel.

Als Ursache gilt laut Behörden mit Dioxin belasteter Mais aus der Ukraine, der an einen Hersteller für Biofutter geliefert und an landwirtschaftliche Betriebe in verschiedenen Ländern verteilt wurde, die nach ökologischen Kriterien arbeiten. Vorsorglich seien alle mit dem Futter belieferten Höfe angewiesen worden, keine Eier und kein Fleisch mehr in Umlauf zu bringen. Es handle sich dabei um "vorsorgenden Verbraucherschutz", teilte das nordrhein-westfälische Landesamt dazu mit.

Ob die Produkte der Biohöfe tatsächlich mit Dioxin verseucht sind, sollen nun genauere Untersuchungen zeigen. Bei mehreren Betrieben wurden den Angaben nach aber bereits belastete Eier entdeckt. Ein Hof in Sachsen-Anhalt habe die Kontaminierung bei einer Eigenkontrolle festgestellt, teilte das zuständige Landessozialministerium am Freitag in Magdeburg mit. Der zulässige Höchstgehalt des Giftes in den Eiern wurde demnach überschritten.

In Nordrhein-Westfalen entdeckten die amtlichen Kontrolleure unzulässig hohe Dioxin-Konzentrationen bislang in den Eiern eines kleineren landwirtschaftlichen Betriebs. Es sei nicht auszuschließen, dass belastete Ware auch an Verbraucher gegangen sei.

Eine Gesundheitsgefahr besteht nach Behördenangaben bei den festgestellten Dioxinmengen nicht. Das habe das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin ermittelt. Eine langfristige Aufnahme des Stoff sei jedoch "nicht akzeptabel", erklärte das Verbraucherschutzministerium in Niedersachsen. Die betroffenen Betriebe würden erst freigegeben, wenn nachgewiesen sei, dass die Eier nicht belastet seien. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landesamts kann sich Dioxin im Körper von Hühnern anreichern und längere Zeit an die Eier abgegeben werden.

ssu/AFP



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