Anhörung im US-Kongress geplant US-Politik mischt sich in GameStop-Streit ein

Kleinanleger haben sich einen Wettkampf mit Hedgefonds geliefert und unter anderem GameStop-Aktien in absurde Höhen getrieben. Jetzt greift die US-Politik ein – und kritisiert den Onlinebroker Robinhood.
GameStop-Filiale im US-Bundesstaat Illinois: Anhörungen »zum Zustand des Aktienmarkts« angekündigt

GameStop-Filiale im US-Bundesstaat Illinois: Anhörungen »zum Zustand des Aktienmarkts« angekündigt

Foto:

Nam Y. Huh / AP

Der GameStop-Hype an der US-Börse beschäftigt nun auch Politik und Gerichte. Der zukünftige Vorsitzende des Bankenausschusses im Senat, Sherrod Brown, kündigte am Donnerstag auf Twitter Anhörungen »zum Zustand des Aktienmarkts« an.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Zuvor hatte der bei Kleinanlegern beliebte Online-Broker Robinhood bekannt gegeben, Käufe der seit Tagen hochfliegenden Aktie des Videospiel-Anbieters zu sperren – Verkäufe ließ Robinhood dagegen weiter zu. »Die Leute an der Wall Street interessieren sich nur für die Regeln, wenn ihnen etwas weh tut«, schrieb Brown. »Es wird Zeit, dass die SEC und der Kongress dafür sorgen, dass die Wirtschaft für alle funktioniert«, erklärte er unter Hinweis auf die US-Börsenaufsicht.

Ähnlich wie Robinhood hatte der Berliner Online-Broker Trade Republic agiert. Der Gründer des Start-ups, Christian Hecker, rechtfertige die Handelsbeschränkungen mit einer »extremen Situation am Marktֿ«. Kritik an den Handelsbeschränkungen weist Trade-Republic-Gründer Hecker zurück: »Wir haben uns nicht auf die Seite der Hedgefonds geschlagen, sondern wollen unsere Kunden schützen«, sagte er. Durch die hohe Volatilität, also die Schwankung des Aktienkurses, sei kein normaler Handel mehr möglich gewesen. Die Kunden in Deutschland reagierten empört.

GameStop-Kurs

In den USA wurde der Online-Broker Robinhood harsch für seine Entscheidung kritisiert, von allen Parteien. Der Schritt sei inakzeptabel, schrieb die linke Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez auf Twitter. Sie wies darauf hin, dass Hedgefonds weiter frei handeln durften. Als Mitglied des Ausschusses für Finanzdienstleistungen im Repräsentantenhaus würde sie Anhörungen begrüßen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ihr stimmte der erzkonservative republikanische Senator Ted Cruz auf Twitter zu . Der Demokrat Ro Khanna forderte offen eine stärkere Regulierung der Märkte. Es müsse Schluss sein damit, »dass Hedgefonds-Milliardäre den Aktienmarkt wie ihren persönlichen Spielplatz behandeln und dann mit ihrem Ball nach Hause abziehen, sobald sie verlieren«.

Robinhood hatte neben GameStop auch den Handel mit anderen Titeln eingeschränkt, die ins Visier von Spekulanten – zum Teil Hobby-Händler von Internetplattformen wie Reddit – geraten waren. Dazu gehörten Blackberry, Nokia und AMC. Zwei Robinhood-Nutzer in Illinois und New York reichten umgehend Klagen gegen den Schritt ein.

Seit Mitte Januar steigen Kleinanleger bei GameStop ein und haben dafür gesorgt, dass sich dessen Börsenwert deutlich erhöhte. Die Anleger duellieren sich dabei mit professionellen Investoren, die auf fallende Kurse gewettet hatten und für die deswegen Milliarden auf dem Spiel stehen dürften. Die Systeme von Online-Brokern wie Trade Republic in Berlin sind wegen des hohen Handelsvolumens zuletzt an ihre Grenzen gekommen.

nck/Reuters