Gasexplosion in Österreich Italien ruft Energienotstand aus

Die Explosion in einer wichtigen Verteilstation in Österreich hat Auswirkungen auf Südeuropa: Die Gaslieferungen nach Italien sind unterbrochen.
Rauchschwaden über Gas-Verteilstation in Baumgarten (Österreich)

Rauchschwaden über Gas-Verteilstation in Baumgarten (Österreich)

Foto: JOE KLAMAR/ AFP

Die Regierung in Italien hat nach der Explosion in einer wichtigen Gas-Verteilstation in Österreich den Energienotstand ausgerufen. Durch das Unglück sind die Gaslieferungen aus Russland nach Italien derzeit unterbrochen, wie der italienische Netzbetreiber Snam mitteilte . Wirtschaftsminister Carlo Calenda sprach von einem "ernsthaften Problem".

Die Versorgung mit Erdgas sei in Italien dennoch durch Gasspeicher sichergestellt, versicherte Snam. Der von der Regierung ausgerufene Notstand sei "in solchen Situationen zu erwarten", schreibt der Netzbetreiber in einer Mitteilung und stellt zudem in Aussicht, dass die Gaslieferungen aus Österreich noch am Dienstag wieder aufgenommen werden können. Auch das Wirtschaftsministerium selbst wies auf Lagerbestände hin und erklärte, dass der Notstand in solchen Fällen automatisch ausgerufen werde. Die Lage sei "unter Kontrolle".

Bei der Explosion um 8.45 Uhr in der Station Baumgarten östlich der österreichischen Hauptstadt Wien ist ein Arbeiter ums Leben gekommen. Rund 20 Menschen wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Die Polizei sprach von einem technischen Fehler als Unglücksursache. Ein Experte der Betreiberfirma Gas Connect ging davon aus, dass es im Bereich der Filteranlagen zu einem Problem gekommen sei.

Nach der Explosion loderte ein großer Feuerball über dem Gelände. Die Rauchwolke war bis ins etwa 30 Kilometer entfernte Wien zu sehen. Zwar konnte die Feuerwehr den Brand schnell unter Kontrolle bringen, doch erst um 14.33 Uhr konnte die Betreiberfirma melden, dass alle Brandherde gelöscht seien.

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Österreich: Explosion an Gasstation - mehrere Verletzte

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Nicht nur Italien, sondern ganz Süd- und Südosteuropa sind von Lieferengpässen infolge des Brands in Baumgarten östlich von Wien betroffen, teilte Gas Connect weiter mit .

In Deutschland müssen sich Verbraucher hingegen laut einem Sprecher des Unternehmens keine Sorgen machen. Die Leitung nach Westen sei bei der Explosion unversehrt geblieben, sagte er dem Radiosender Antenne Bayern. Auch für Österreich selbst erwartet Gas Connect keine Auswirkungen.

Die Gas-Verteilstation in Baumgarten östlich von Wien zählt zu den wichtigsten Knotenpunkten im europäischen Gasleitungsnetz. Über das Drehkreuz werden jährlich etwa 40 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland und Norwegen vor allem auch nach Norditalien und Süddeutschland verteilt.

Der russische Gaskonzern Gazprom teilte mit, man arbeite daran, Umgehungsrouten zu finden , um Lieferengpässe zu vermeiden. Aus der Ukraine, dem Haupttransitland für russisches Gas, floss nach slowakischen Angaben am Dienstag ein Drittel weniger Erdgas Richtung Westen als noch am Montag. An den Energie-Handelsmärkten stiegen die Gaspreise am Vormittag deutlich an.

fdi/Reuters/dpa