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23. November 2018, 07:05 Uhr

Knappes Angebot

Gaspreise steigen kräftig

Rund 1,8 Millionen Haushalte in Deutschland dürften im kommenden Jahr eine höhere Gasrechnung erhalten. Für das plötzliche Preishoch gibt es mehrere Gründe.

Deutsche Verbraucher müssen sich auf steigende Kosten für Erdgas einstellen. Laut den Auswertungen zweier Internetportale wollen zahlreiche Versorger die Preise erhöhen oder haben dies bereits getan. Insgesamt seien rund 1,8 Millionen Haushalte betroffen.

Nach Angaben des Portals Check24 haben bislang 244 Gasversorger ihren Preis erhöht oder dies spätestens zum Jahreswechsel angekündigt. Im Durchschnitt beläuft sich das Plus auf 8,4 Prozent. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeute das Mehrkosten von 111 Euro im Jahr.

Das Vergleichsportal Verivox aus Heidelberg kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Es hat 224 von insgesamt 710 Grundversorgern gefunden, die ihre Preise im Dezember und Januar um durchschnittlich 7,7 Prozent anheben wollen.

Am höchsten fallen demnach die Preissteigerungen mit 13 Prozent in Rheinland-Pfalz aus, auch in Brandenburg und Niedersachsen sei ein zweistelliges Plus zu verzeichnen, schreibt Verivox. Stabil seien die Preise dagegen in den Stadtstaaten.

Für den Anstieg der Gaspreise gibt es mehrere Ursachen:

Durch die Veränderungen an den internationalen Märkten sind dann in Deutschland die Einkaufspreise für Erdgas gestiegen. Auch die Börsenpreise für Erdgas haben laut Statistischem Bundesamt zwischen September 2016 und September 2018 um rund 38 Prozent zugelegt. Allein zwischen März und Oktober dieses Jahres lag der Anstieg bei rund 50 Prozent.

Dass nicht noch viel mehr Versorgungsunternehmen ihre Preise erhöhen, ist vor allem auf langfristige Lieferverträge mit Russland zurückzuführen. Sollte sich das hohe Preisniveau für Importgas jedoch verfestigen, dürften weitere Firmen bald nachziehen.

"Bislang haben hauptsächlich kleine und mittelgroße Versorger an der Preisschraube gedreht", teilt Check24 mit. Die Belastung für die Verbraucher könnte sogar noch zunehmen.

ssu/dpa

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