Gebäudesanierung Schwarz-Gelb schützt Bürger vor Mietschüben

Die Regierung schwenkt um: Wenn Vermieter Wohnungen energetisch sanieren, sollen sie die Miete nicht stärker erhöhen dürfen als bisher. Damit sind die Pläne von Union und FDP vom Tisch, die gesetzliche Obergrenze aufzustocken. 

Energetische Gebäudesanierung: "Mieterhöhungen am Markt nicht durchsetzbar"
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Energetische Gebäudesanierung: "Mieterhöhungen am Markt nicht durchsetzbar"


Hamburg - Schwarz-Gelb wollte den Vermietern eigentlich mehr Rechte einräumen, jetzt bleibt aber zumindest in einem Punkt alles beim Alten: Wenn Eigentümer ihre Wohnungen sanieren und damit den Energieverbrauch senken, dürfen sie die Miete weiterhin um höchstens elf Prozent erhöhen. Das sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) im Interview mit der "Financial Times Deutschland" ("FTD"). Bislang wollte die Bundesregierung in ihrer geplanten Mietrechtsreform diese Obergrenze aufstocken.

Laut Leutheusser-Schnarrenberger werde diese Entscheidung sich jedoch kaum auf den Wohnungsmarkt auswirken: "Die Vermieter können die Höchstgrenze ja bereits heute meist nicht ausschöpfen, da derartige Mieterhöhungen am Markt häufig nicht durchsetzbar sind", sagte sie der "FTD". Viele Vermieter legten auf langjährige Mietverhältnisse mehr Wert "als auf kurzfristige Rendite".

Die Reform soll außerdem das sogenannte Contracting attraktiver machen. Dabei überträgt ein Vermieter das Energiemanagement komplett an einen externen Dienstleister. "Hier werden wir mehr Transparenz schaffen", sagte Leutheusser-Schnarrenberger.

sdm/dpa



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lalito 15.04.2011
1. Berliner Flachpfeifen
Also waren die Pläne sozusagen blödsinnige Pläne? Doch wohl kaum, Zitat aus dem Artikel: Laut Leutheusser-Schnarrenberger werde diese Entscheidung sich jedoch kaum auf den Wohnungsmarkt auswirken: "Die Vermieter können die Höchstgrenze ja bereits heute meist nicht ausschöpfen, da derartige Mieterhöhungen am Markt häufig nicht durchsetzbar sind", sagte sie der "FTD". Viele Vermieter legten auf langjährige Mietverhältnisse mehr Wert "als auf kurzfristige Rendite". Zitatende "Nackten in die Tassche greifen" ist also jetzt vom Tisch? Danke an Schwarzgeld. ;-))
Over the Fence, 15.04.2011
2. Investitionsstau?
Zitat von sysopDie Regierung schwenkt um: Wenn Vermieter Wohnungen sanieren, sollen sie die Miete nicht stärker erhöhen dürfen als bisher.*Damit*sind die Pläne von Union und FDP vom Tisch, die gesetzliche Obergrenze aufzustocken.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,757252,00.html
Nun, die Argumentation ist schon o.k. - solange die Vermieter nicht von Seiten des Gesetzgebers gezwungen werden, energetisch zu sanieren. Wenn ich mich aber richtig erinnere, will unsere Regierung in den nächsten Jahrzehnten etwas Druck in diese Richtung aufbauen... Am Ende kann es dem Vermieter egal sein, ob das Gebäude energetisch saniert ist, oder nicht. Höhere Heizkosten zahlt der Mieter. In gesuchten Ballungszentren wird es deswegen auch keinen Leerstand geben. Energetisch sanierte Wohnungen werden dort ganz einfach ihren höheren Preis haben. "There is no free lunch", heißt es so schön. Und wenn der Gesetzgeber die Vermieter zwingt zu sanieren, ohne das die Kosten eingespielt werden können, wird das allgemeine Konsequenzen auf den Wohnungsbau haben.
BardinoNino 15.04.2011
3. Au Backe, mein Zahn!
Zitat von Over the FenceNun, die Argumentation ist schon o.k. - solange die Vermieter nicht von Seiten des Gesetzgebers gezwungen werden, energetisch zu sanieren. Wenn ich mich aber richtig erinnere, will unsere Regierung in den nächsten Jahrzehnten etwas Druck in diese Richtung aufbauen... Am Ende kann es dem Vermieter egal sein, ob das Gebäude energetisch saniert ist, oder nicht. Höhere Heizkosten zahlt der Mieter. In gesuchten Ballungszentren wird es deswegen auch keinen Leerstand geben. Energetisch sanierte Wohnungen werden dort ganz einfach ihren höheren Preis haben. "There is no free lunch", heißt es so schön. Und wenn der Gesetzgeber die Vermieter zwingt zu sanieren, ohne das die Kosten eingespielt werden können, wird das allgemeine Konsequenzen auf den Wohnungsbau haben.
Denn mal Butter bei die Fische: Welche Konsequenzen wird das haben in einer Gesellschaft, die sich zumindest im Baubereich schon Gedanken darüber macht, wie man die Bausünden der späten 60er und frühen 70er einreißen und "noch schöner" wieder aufbauen kann? Wird doch Zeit, dass die Mietwucherer der Republik ein wenig in Richtung Nachhaltigkeit und Verantwortung für ihre Wohnklos "gedrückt" werden.
FTAASO 15.04.2011
4. -
Ist doch OK. Wo der Mieter bleibt und freiwillig keine höhere Miete bezahlen möchte, bleibt der energetische Standard und der Mieter zahlt mehr für die Heizung. Wo der Mieter einen Teil(!) seiner Ersparnis über eine erhöhte Miete als Beteiligung an den Sanierungsarbeiten trägt, saniert der Vermieter eben. Ansonsten kann man die Wohnung sanieren, wenn der Mieter wechselt und anschließend eine neue, dem energetischen Standard angepasste Miete nehmen. Schwieriger wird es bei Fassadensanierungen von kompletten Häusern mit mehreren Wohnungen.
moderne21 15.04.2011
5. seltsames Foto
Mir tut die schmächtige Frau auf dem Dach auf dem Artikelfoto leid. DAS nenne ich wirklich menschenverachtend, dass die für ein paar Kröten da oben rumklettern muss. Und die Kerle stehen in der Schlange für Hartz IV bei der Arge, oder wie ?
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