Gegen den »Black Friday«-Turbokonsum Was es mit den »Kauf-nix-Tagen« auf sich hat

Aus den USA ist der »Black Friday« nach Deutschland geschwappt, eine Materialschlacht der Konsumgüter. Ebenfalls aus Übersee stammt auch die Gegenbewegung, die für mehr Nachhaltigkeit wirbt.
Kunde beim »Black Friday« 2019 in Köln

Kunde beim »Black Friday« 2019 in Köln

Foto: Ying Tang / NurPhoto / Getty Images

Vorweihnachtszeit ist auch Shoppingzeit: Besonders zum bevorstehenden »Black Friday« locken Händler mit Rabatten. Ein Gegenentwurf dazu ist der »Kauf-nix-Tag« am Samstag (27. November). Die Idee stammt aus den USA und richtet sich gegen enthemmten Konsum und dessen Folgen. Ziel ist es laut den Initiatoren, nur das zu kaufen, was man wirklich braucht und damit Ressourcen, Umwelt und Klima zu schonen.

Weniger besitzen bedeutet für Grünert Freiheit: »Dann muss ich mich auch nicht um die Dinge kümmern«, sagt er. Gleichzeitig spare er Geld.

Florian Grünert zum Beispiel ist Mitgründer des ersten »Leihladens« in Hessen. Den Nutzern steht eine Auswahl an knapp 900 Gegenständen zur Verfügung, die sie gegen zwei Euro Mitgliedsbeitrag pro Monat und ein Pfand ausleihen können. Elektrogeräte, Party- oder Camping-Zubehör, Gartengeräte oder Werkzeuge, die man nur selten brauche, müsse man nicht neu kaufen, sondern könne sie leihen und dadurch teilen, sagt Grünert (mehr Informationen über das Konzept des Leihladens finden Sie hier ).

Neuer Trend im Handel?

Die Zahl der Nutzer steigt seit dem Start des Ladens in Maintal vor vier Jahren immer weiter an, inzwischen sind es etwa 300. Sie kommen aus dem gesamten Umkreis, auch aus dem 15 Kilometer entfernten Frankfurt. Das Ziel: weniger Konsum und mehr Nachhaltigkeit.

»Wir leben über unsere Verhältnisse in Europa«, sagt Grünert. Er persönlich achte vor allem darauf, nur Dinge zu kaufen, die er dauerhaft benutze. Weniger besitzen bedeutet für Grünert Freiheit: »Dann muss ich mich auch nicht um die Dinge kümmern«, sagt er. Gleichzeitig spare er Geld.

Konzepte bewussten und nachhaltigen Konsums haben sich zu einem zunehmend breiter werdenden Trend formiert, wie Theresa Schleicher, Handelsexpertin beim Zukunftsinstitut (Frankfurt und Wien) sagt. Daran kämen die Unternehmen nicht mehr vorbei und entwickelten Angebote. Leih- und Kreislaufkonzepte etwa in der Modebranche und wiederverwertbare oder reduzierte Verpackungen im Onlinehandel sind Beispiele.

beb/dpa
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