Geldabheben am Automaten Bundesbank fordert transparente Gebühren

Jetzt mischt sich die Bundesbank in den Streit um die Gebühren an Geldautomaten ein: Vorstand Fabritius fordert mehr Transparenz für die Kunden. Bargeld zum Nulltarif schließt er allerdings aus - das Befüllen der Automaten sei schließlich teuer.

Geldabheben am Automaten: Gebühren bis zu zehn Euro
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Geldabheben am Automaten: Gebühren bis zu zehn Euro


Frankfurt - Bundesbankvorstand Hans Georg Fabritius hat sich in den Streit um die Gebühren an Geldautomaten eingeschaltet. Er fordert von Banken vor allem mehr Klarheit: "Der Kunde sollte am Automaten sehen, welche Gebühren er zahlen muss", sagte der für Bargeld zuständige Vorstand der Notenbank der "Süddeutschen Zeitung". Er begrüße die aktuellen Anstrengungen der Kreditwirtschaft, zu mehr Transparenz zu kommen.

Nach den Plänen der Banken sollen Kunden, die an einem Geldautomaten anderer Institute abheben, vorerst nicht mehr als fünf Euro zahlen. Die privaten Banken sind sogar der Ansicht, dass der Maximalbetrag "eher bei zwei als bei fünf Euro liegen" sollte.

Nach einer Untersuchung der Finanzberatung FMH sind die Gebühren für Kunden an fremden Geldautomaten im vergangenen halben Jahr um 13 Prozent auf durchschnittlich 5,64 Euro pro Auszahlung gestiegen. Einzelne Banken verlangten sogar zehn Euro, wenn sich Kunden nicht bei ihrer Hausbank oder einem Institut des gleichen Automatenverbunds mit Bargeld versorgen.

Fabritius, dessen Vertrag bei der Bundesbank Ende April ausläuft, stellte allerdings klar: "Bargeld gibt es nicht zum Nulltarif." Bearbeitung und Logistik seien beispielsweise für Banken und Handel mit erheblichen Kosten verbunden. "Das Befüllen der Automaten und ihre Sicherung kostet Geld, das muss der Kunde bedenken." Bei der Deutschen Bundesbank entfallen nach seinen Angaben etwa 60 Prozent der Kosten auf das Segment Bargeld: 2009 waren es fast 550 Millionen Euro.

lgr/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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madre 07.04.2010
1. ...
Das Ziel sollte sein, dem Kunden nach Einschub der Karte bzw nach Auswahl des Wunschbetrages die zusätzlich entstehenden Kosten anzuzeigen. Das dürfte relativ einfach zu realisieren sein. Der Vorstoß zu mehr Transparenz ist richtig und wichtig. Gebühren sollten jedoch auch weiterhin gefordert werden. Sonst melden sich alle bei den billigeren Direktbanken an und greifen dann gratis auf die hervorragende Automatenstruktur der Sparkassen zu. Sowas muss auch finanziert werden. Daher sind Gebühren definitiv angemessen.
Emmi 07.04.2010
2. Ziel: Keine Gebühren für Endkunden!
Das Ziel muss sein: Keine Gebühren am GA für Endkunden! Die den Automaten betreibende Bank stellt der kartenausgebenden Bank die Gebühren für die Benutzung des GA in Rechnung. Diese bezahlt diese gefälligst aus den Gebühren, die sie von ihren Kunden ohnehin erhebt (traditionelle Bank, das gleicht sich zwischen denen außerdem ungefähr aus) oder aus den Zusatzgewinnen, die sie durch die Einsparung der Kosten für eigene GA macht (Direktbank)!
ElOmda 07.04.2010
3. Das Bestücken kostet..
und man hat uns mal erzählt, man schaffe Automaten an, damit es kostengünstiger wie am Schalter sei, schnellere gehe und rund um die Uhr möglich sei. Das Befüllen von Handkassen, Ladenkassen kostet auch Geld und trotzdem zahle ich bei keinem Discounter dafür Geld. Statt Service Abzocke in Reinkultur. 10 Minuten eines Mitarbeiters um die Kasetten auszutauschen.
madre 07.04.2010
4. ...
Zitat von ElOmdaund man hat uns mal erzählt, man schaffe Automaten an, damit es kostengünstiger wie am Schalter sei, schnellere gehe und rund um die Uhr möglich sei. Das Befüllen von Handkassen, Ladenkassen kostet auch Geld und trotzdem zahle ich bei keinem Discounter dafür Geld. Statt Service Abzocke in Reinkultur. 10 Minuten eines Mitarbeiters um die Kasetten auszutauschen.
Sie zahlen beim Discounter sogar für die Spülung auf der Mitarbeitertoilette. Man sagt's Ihnen nur nicht. Es ist ja nunmal so, dass das Unternehmen hinter dem Geldautomaten das Geld von Fremdabhebern haben möchte. Das gilt der Differenzierung. Da müsste man sich doch gut reinversetzen lassen. Sie stellen für viel Geld eine Automateninfrastruktur für Ihre Kunden zur Verfügung und dann kommen lauter Leute an, die Ihnen kein Geld geben wollen, aber Ihre Automaten nutzen wollen. Kunden der Sparkasse sollen doch gefälligst auch dort abheben. Und Postbank-Kunden sollen halt dort abheben. Wer nun Postbankkunde ist und den Luxus der inflationär verteilen Sparkassenautomaten haben will, der soll doch einfach zur Sparkasse wechseln. Ich sehe auch nicht ein, warum Ihr Kreditinstitut über die von Ihnen gezahlten Gebühren sowas ausgleichen soll. Es boietet Ihnen immerhin die Nutzung der eigenen Automaten an. Wenn Sie nunmal andere nutzen wollen, dann müssen Sie doch selbstverständlich extra dafür zahlen. Und noch mal das gleiche in anderen Worten. Beim All-Inclusive-Urlaub latschen Sie doch auch nicht ins Nachbarhotel und bedienen sich fürstlich an der Bar. Und wenn doch, dann lacht Sie der Eigentümer zumindest aus, wenn Sie sagen, dass Sie aber bei der Konkurrenz All-Inclusive gebucht haben.
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