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17. August 2019, 12:12 Uhr

Sichere Anlagen

Bleibt nur noch Gold?

Eine Kolumne von

Die Aktienkurse fallen. Da flüchten viele Anleger in Gold, dessen Preis logischerweise steigt. Doch es gibt nur wenige Bedingungen, unter denen auch Sie davon profitieren könnten.

Der Goldkurs ist in dieser Woche auf den höchsten Stand seit sechseinhalb Jahren geklettert. Über 1500 Dollar pro Feinunze oder rund 1350 Euro. Die Aktienmärkte schwächeln. Ist es an der Zeit, einen Teil der Aktien zu verkaufen und dafür Gold zu kaufen?

Nein. Denn das wäre Zockerei, der Goldpreis schwankt stärker als der Wert von einer breit aufgestellten Anlage in Aktien. Und er hat sich seit 1975, also seit Gold auch für Privatleute wieder frei handelbar ist, deutlich schlechter entwickelt als eine Anlage in den Weltaktienindex MSCI-World.

Was aber bedeutet der hohe Goldkurs tatsächlich für Anleger? Er bedeutet zwei Dinge:

Erstens gibt es viele Anleger, die die aktuelle politische Lage bedrohlich finden. Es kommt ja gerade tatsächlich einiges zusammen: Der Kampf der Hongkonger um ihre Bürgerrechte, der Handelskrieg zwischen den USA und China, die Attacken auf Tankschiffe aus iranischen Gewässern am Golf von Hormus, der ungeordnete Brexit und schließlich die Regierungskrise in Italien.

Die Sorge ist also verständlich. Manche kaufen dann Gold zur Absicherung. Das haben viele in den vergangenen Jahrhunderten schon so gemacht, in dem Glauben und Wissen, dass Gold nie ganz wertlos werden würde - auch wenn der Kauf in der konkreten Situation nicht unbedingt gescheit war.

Und es gibt genügend Händler, die auf diesen Trend wetten. Eine ähnliche Entwicklung können Anleger ja bei Bundesanleihen beobachten. Die gelten inzwischen seit Jahrzehnten als sichere Anlage. Also wetten Händler in unsicheren Zeiten auf die Solidität der Bunderepublik. Wenn Sie der Bundesrepublik Deutschland diese Woche Geld für ein Jahr, ja sogar für 10 Jahre leihen, müssen Sie inzwischen immer draufzahlen, also Strafzinsen bezahlen; diese Woche für zehnjährige Bundesanleihen 0,65 Prozent. Eine gute Geldanlage stellt man sich anders vor.

Zweitens sind solche politischen Börsenentwicklungen, wie wir sie gerade erleben, recht riskant für die Anleger. Das bedeutet, dass diejenigen, die in den vergangen Monaten Gold aus Sorge oder in spekulativer Absicht gekauft haben, jetzt aufpassen müssen, wann diese Marktentwicklung wieder kippt.

Alle, die bei der letzten politischen Goldbörse 2011 und 2012 viel Gold zu teuer gekauft haben, bekommen jetzt die Gelegenheit, ihre Geldanlage wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ansonsten haben bloß jene, die aus Überzeugung immer einen kleinen Teil Gold im Depot haben, noch einen Grund sich unbeschwert über den Wertzuwachs freuen.

Warum ich so skeptisch bin? Es gibt entsprechende Erfahrungen mit politischen Börsen der Vergangenheit: Anfang 1980 erreichte der Goldpreis einen ersten Höchststand auf dem Höhepunkt der Iran-Geiselkrise. Die iranischen Revolutionsgarden hatten Mitarbeiter der US-Botschaft als Geisel genommen, und die US-Regierung hatte in einer gescheiterten Kommandoaktion versucht, die Geiseln zu befreien. Der Ölpreis erreichte erstmals dreißig Dollar je Barrel und der Goldpreis wurde von Spekulanten bis auf 850 Dollar hochgetrieben. Die US-Börsenaufsicht griff ein, erschwerte die Zockerei, der Goldpreis fiel schnell und deutlich. Um erst 28 Jahre später, 2008, erneut den Höchststand zu erreichen.

"Whatever it takes"

2011 und 2012 spekulierten die Börsen nach der Finanzkrise auch noch auf ein Auseinanderbrechen der Eurozone. Der Goldkurs stieg auf bis zu 1900 Dollar pro Feinunze. Wieder griffen die Regulierer ein und verdoppelten die Sicherheiten, die Zocker auf den Tisch legen mussten, um mit Gold-Futures zu handeln. Der Höhenflug war beendet. Später gab EZB-Chef Mario Draghi den Spekulanten den Rest mit der klaren Ansage, dass der Euro erhalten bleibt "whatever it takes". Der Goldkurs fiel in den Folgejahren bis auf 1100 Dollar pro Unze. Wer 2011 bis 2013 zu Höchstkursen Gold gekauft hat, sitzt immer noch auf Verlusten.

Fazit: In den vergangenen Jahrzehnten haben immer die Regulierer eingegriffen, wenn es zu systemrelevanten Krisen kam - und die Spekulation damit beendet.

Wer jetzt dennoch denkt, dass er kaufen muss - und sei es nur für ein besseres Gefühl -, oder wer auf den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf wartete, für den gibt es immerhin eine gute Nachricht. Kaufen und Verkaufen ist heute viel einfacher, sicherer und kostengünstiger möglich als früher. Das liegt vor allem an den besseren Möglichkeiten für einen Preisvergleich.

Webseiten wie gold.de oder gold-preisvergleich.de erlauben den Online-Preisvergleich just in time und den Kauf und Verkauf in kurzer Zeit. Mit den Onlinepreisen im Kopf können Sie natürlich auch immer zum Händler Ihres Vertrauens gehen und bei einem günstigen Angebot vor Ort das Gold gleich nach Hause tragen.

Übrigens: Mancher verfällt auf die Idee, im Internet zu kaufen und bei einem Preisverfall von seinem Widerrufsrecht beim Fernabsatz Gebrauch zu machen. Das sollten Sie ganz schnell vergessen. Beim Goldkauf gilt das Widerrufsrecht nicht.

Unverändert macht es einen Unterschied, ob Sie Münzen oder Barren kaufen: Die Margen der Händler sind deutlich größer, wenn Sie Gold in kleinen Stückelungen kaufen. Kunden, die etwa einen südafrikanischen Krügerrand - eine der beliebtesten Goldmünzen - mit dem Gewicht einer Unze (31,1 Gramm) verkaufen wollen, bekommen knapp 4 Prozent weniger Geld, als sie beim Kauf auf den Tisch legen müssen. Wer nur eine Zehntel-Unze verkaufen will,muss einen Preisabschlag von 11 Prozent hinnehmen. Wenn Sie dagegen ein ganzes Kilo Gold - etwa in Form eines Barrens - kaufen, sind es weniger als 2 Prozent Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Das bedeutet aber auch: Sie müssten erst mal deutlich über 40.000 Euro auf den Tisch legen.

Gold kann leicht gestohlen werden

Und dann sollten Sie das Gold natürlich noch im Rahmen ihrer Hausratversicherung versichern. Und zwar egal, ob Sie das Gold zu Hause lagern oder im Banksafe. Es ist tatsächlich schon Gold aus einem Banksafe geklaut worden, das dort von der Bank nicht versichert war. Bedenken Sie: Ein Kilo Gold ist kleiner als eine Zigarettenschachtel.

Was den Preisvergleich angeht, gelten die Transparenzvorteile durch das Internet auch hier. Sie können heute Preise für Standardmünzen oder Barren im Internet leicht vergleichen. Sie können die Vertrauenswürdigkeit des Händlers überprüfen und beim Verkauf die Barren oder Münzen auch gleich abholen lassen.

Zusätzlicher Vorteil für diejenigen, die nach mehr als 12 Monaten mit Gewinn verkaufen: Die Gewinne aus dem Goldverkauf sind dann steuerfrei. Sie müssen sie in der Steuererklärung nicht einmal erwähnen. Auch eine Abgeltungssteuer fällt nicht an.

Nachteil für ungeduldige Geister: Verkaufen Sie vor den 12 Monaten, liegt ein privates Veräußerungsgeschäft vor und Sie müssen den Gewinn ab einer gewissen Höhe mit Ihrem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuern.

Umgekehrt gilt aber auch: Wer sein Gold länger als 12 Monate hat und Verluste gemacht hat, kann diese auch nicht beim Finanzamt geltend machen. Ein weiterer Grund, warum mancher Käufer aus der Boomphase 2011 bis 2013 sehnsüchtig darauf wartet, dass der Goldpreis weiter steigt.

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