Die Geldfrage Soll man jetzt noch Aktien kaufen?

Der Dax verzeichnet gerade Höchststände, viele Anleger machen Gewinne. Doch die Mehrheit der Deutschen besitzt trotz Niedrigzinsen gar keine Aktien. Lohnt sich der Einstieg auch jetzt noch?

Börsensaal in Frankfurt im April 2017
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Börsensaal in Frankfurt im April 2017


Die Deutschen und die Aktien, das ist ein schwieriges Thema. Einerseits spricht sich langsam herum, dass man sich mit der Börse beschäftigen sollte, will man sparen und in Zeiten von Niedrigzinsen irgendeine Rendite sehen.

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Andererseits ist die Angst vor dem nächsten Crash groß - gerade jetzt, wo der Dax am Donnerstag mit 12.471 Punkten ein neues Rekordhoch erreichte. Man fragt sich, ob das nicht genau der falsche Zeitpunkt ist, um es mit einem Aktieninvestment zu versuchen. Kann ja nicht lange dauern, bis es wieder bergab geht, so hat man es doch irgendwann einmal gelernt.

Die Angst ist verständlich, trotzdem stellt sich die Frage: Was ist die Alternative? Sichere Anlagen werfen kaum noch etwas ab, Immobilien sind vielerorts längst zu teuer und noch dazu ein Klumpenrisiko.

Natürlich sind die Zeiten nicht gerade einfach: In den USA regiert ein unberechenbarer Präsident, Großbritannien bastelt am Ausstieg aus der EU, und jedes politische Beben, jeder eskalierende Konflikt kann einen Kursabsturz an den Börsen nach sich ziehen.

Und doch lässt sich ganz klar feststellen: Für einen Anlagezeitraum von 20 oder 30 Jahren waren Aktien bisher in aller Regel eine renditestarke Anlage, eine breit gefächerte Strategie mal vorausgesetzt.

Klar ist aber auch: Man muss sich schon ein bisschen informieren. Um nicht auf Fondsmanager hereinzufallen, die viel Geld für schlechte Arbeit verlangen, zum Beispiel. Verbraucherschützer empfehlen meistens sogenannte ETFs, die einen Aktienindex nachbilden und kostengünstig sind.

Aber auch da gilt: aufpassen, was tatsächlich dahintersteckt. Und am besten über Jahrzehnte hinweg monatlich eine bestimmte Summe investieren - und das Aktiendepot später auch genauso langsam, sprich Schritt für Schritt, wieder auflösen.

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insgesamt 151 Beiträge
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egal 01.05.2017
1. So isses
Aber der deutsche Michel ist hierfür zu dämlich. Da gehen Milliarden in Bausparvertraege, Sparbuch und kapitalgebundene Lebensversicherer... und jene die Geld mit Aktien verdienen sind morallose Kapitalisten. Sleep well german Michel
jozu2 01.05.2017
2. Finger weg, wenn man keine Ahnung hat
Ich meine Aktien sollten nur diejenigen kaufen, die sich mit einem Ubeschäftigtund seinem Markt beschäftigt haben. Die Idee, mit Aktien oder gar Derivaten quasi Roulette zu spielen, führte dazu, das große Unternehmen nur noch Finanzobjekte sind. Ob ein Medikament von Bayer wirklich gut ist, interessiert niemanden (nicht mal den VVorstan und wahrscheinlich auch die Chemiker immer weniger), solange es Geld einbringt und zum Brillieren auf der nächsten Bilanzpressekonferenz taugt. Bei Mercedes interessiert sich auch niemand mehr dafür, das zuverlässigste Auto zu bauen. Hauptsache, kurzfristig kommt Kohle rein.
th.rindt 01.05.2017
3. Ach ja ....
Ja, der Deutsche und die Aktien - immer wieder wird beklagt, dass sich viele damit schwer tun. Aber bitte: Aktien sind nun wirklich nichts für jeden. Zum einen muss man Geld dafür nicht nur haben - man muss es - langfristig! - über haben. Und als abhängig Beschäftigter, also als Empfänger von Lohn oder Gehalt, komme ich mitr einem Aktienpaket in einen nicht zu unterschätzenden Interessenkonflikt - und der dürfte von vielen, die die Aktie für jedermann propagieren, auch gewollt sein: Als Akteinbesitzer bin ich Mitinhaber der betroffenen Unternehmen - und mal als Beispiel: der Akteinkurs steigt regelmäßig, wenn das Unternehmen ankündigt, die Zahl der Beschäftigten zu verringern... etwas. was mir als Arbeitnehmer nun so gar nicht behagen kann. Der Kurs sinkt, wenn neue Gesetze andere, nicht sooo gewinnträchtige Arbeits- oder Kündigungsbedingungen einführen... Also, was schlecht ist für die kurzfristige Gewinnsituation des Unternehmens, ist gut für den Kurs - und anders herum. Für die Großaktionäre wird es sicher einfacher, wenn möglichst viele Arbeitnehmer Aktien halten - aber im Eigeninteresse des Arbeiters/Angestellten ist das nun gar nicht! Denn die Erfahrung zeigt, dass sich hohe Gewinne nicht in entsprechenden Gehältern oder sicheren Arbeitsplätzen niederschlagen.
echoanswer 01.05.2017
4. Ein Artikel
ohne Inhalt. Das Ergebnis: der kleine. Mann ist der Depp. Geld ausgeben und vom letzten Gehalt einen Strick kaufen. Das ist Merkels Kurs für die Stimmvieh. Der Rest hat sein Geld steuerfrei irgendwo und lässt es von der Politik vermehren. Alles gut.
wasistlosnix 01.05.2017
5. Jede Blase
produziert am Ende seine Verlierer. Persönlich habe ich nur Menschen kennengelernt die an der Börse Geld verloren haben. Das sind Angestellte und Arbeiter. Auf lange Sicht und wenn man Geld übrig hat dann ist ein DAX oder anderer Index machbar. Aber auch hier kann über Nacht ein großer Verlust entstehen und dann dauert es bis er wieder auf gleicher Höhe ist. Ähnlich wie der Goldpreis.
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