Geringes Plus Inflation frisst Lohnsteigerungen auf

Die Kaufkraft der Deutschen ist wegen der höheren Inflation so schwach gestiegen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Reallöhne wuchsen von Januar bis März um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Tankstelle (in Bayern)

Tankstelle (in Bayern)

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Trotz anziehender Verbraucherpreise haben viele Arbeitnehmer in Deutschland zwar unter dem Strich mehr im Geldbeutel - das Plus fiel zuletzt aber mäßig aus. Im ersten Quartal 2017 stiegen die Reallöhne der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Schnitt um 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Der Zuwachs fiel damit erstmals seit dem vierten Quartal im Jahr 2013 wieder unter die Marke von einem Prozent.

Grund für das geringe Reallohnplus ist die wieder anziehende Teuerung, die zum Jahresstart in der Bundesrepublik um 1,9 Prozent und damit so stark wie seit 2012 nicht anstieg. Dafür sorgten vor allem teureres Benzin und Heizöl.

Von dem leicht überdurchschnittlichen Zuwachs von 2,6 Prozent bei den Nominallöhnen - also ohne Einbeziehung des veränderten Preisniveaus - profitierten die Beschäftigten nicht so sehr wie noch in den Vorquartalen. Dennoch haben sie bereits das 13. Quartal in Serie unter dem Strich mehr im Geldbeutel. Das könnte sich positiv auf den privaten Konsum auswirken.

Dass der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Januar von 8,50 Euro auf 8,84 Euro angehoben wurde, machte sich in den Zahlen nicht offensichtlich bemerkbar, wie die Behörde mitteilte. Besonders starke Steigerungen beim Nominallohn konnten Arbeitnehmer in leitender Position (3,7 Prozent) verbuchen. Als Hauptursache dafür werden weit überdurchschnittlich gestiegene Sonderzahlungen genannt.

Teilzeitbeschäftigte kamen auf ein Verdienstplus von 3,0 Prozent, der über dem der Vollzeit- (plus 2,6) und geringfügig Beschäftigten (plus 1,0) lag. In den neuen Ländern fiel der Verdienstzuwachs mit 3,3 Prozent stärker aus als Westen mit 2,6 Prozent.

nck/dpa/Reuters