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Gesunde Ernährung Deutsche belügen sich beim Fleischkonsum

Gefühlt sind die Verbraucher in Deutschland beim Konsum von Fleisch und Wurst zurückhaltend, wie eine neue Studie zeigt. Tatsächlich aber essen sie im Schnitt gut 70 Prozent mehr, als sie glauben.
aus DER SPIEGEL 15/2021
Zu viel Fleisch: Frischetheke in einem Supermarkt

Zu viel Fleisch: Frischetheke in einem Supermarkt

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Beim Gefühl dafür, wie viel Tier auf ihrem Esstisch landet, täuschen sich die Deutschen gewaltig. Im Schnitt 92 Gramm Fleisch und Wurst pro Tag glauben sie zu essen, gut 640 Gramm pro Woche. Das ergab eine Befragung der Unternehmensberatung Kearney. Tatsächlich lag der Verbrauch laut jüngsten vorläufigen Daten für 2020 bei fast 160 Gramm am Tag, also bei einem guten Kilo wöchentlich.

Auf ein ganzes Jahr gerechnet, esse der Durchschnittsdeutsche mithin umgerechnet fünf Hühner, ein Fünftel vom Schwein und zwei Prozent eines ganzen Rindes mehr, als er denke. »Wir müssen aufhören, uns selbst zu belügen«, warnt der Autor der Studie.

Würden die Deutschen tatsächlich so wenig Fleisch konsumieren, wie sie meinen, kämen sie dem von Ernährungs- und Umweltexperten empfohlenen Verzehr von maximal 600 Gramm pro Woche nahe. Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor zu viel Fleischkonsum, das Umweltbundesamt schloss sich dem kürzlich an und forderte eine Halbierung des Verbrauchs.

Zwar sank der Fleischverzehr deutschlandweit vergangenes Jahr auf 57,3 Kilogramm pro Kopf, das niedrigste Niveau seit 30 Jahren; allerdings fiel der Rückgang im Vergleich zu 2019 mit 1,6 Prozent vergleichsweise gering aus.

Aus: DER SPIEGEL 15/2021

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