GfK-Konsumklima Deutsche ignorieren die Krise

Schuldenkrise? Rezession? Deutschlands Verbraucher lassen sich von den Hiobsbotschaften nicht schrecken. Das Konsumklima bleibt nach Angabe der GfK-Marktforscher stabil. Und erstmals seit fünf Monaten steigen auch die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung.
Kunden in einem Einkaufszentrum: Bessere Einkommensentwicklung erwartet

Kunden in einem Einkaufszentrum: Bessere Einkommensentwicklung erwartet

Foto: dapd

Berlin - Düstere Konjunkturprognosen und die Schuldenkrise gehen offenbar an Deutschlands Konsumenten vorbei: Die Verbraucher blicken positiv in die Zukunft. Sie erwarten weiterhin niedrige Arbeitslosenzahlen und rechnen im kommenden Jahr mit höheren Einkommen, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK)   am Dienstag mitteilte. Zum ersten Mal seit fünf Monaten stiegen demnach im Dezember die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung.

"Die Verbraucher nehmen offensichtlich die nach wie vor sehr guten konjunkturellen Rahmenbedingungen stärker wahr als in den vergangenen Monaten", schreiben die Nürnberger Forscher. Die Kauflust sei trotz eines Dämpfers noch immer stark ausgeprägt. Auch im Januar soll das Konsumklima stabil bleiben.

Das Gesamtbarometer, das neben der Konjunktur- und Einkommenserwartung auch die Anschaffungsneigung der Bürger misst, zeigt demnach wie im Vormonat 5,6 Punkte an. "Der private Konsum wird damit seiner Rolle als wichtige Stütze der Konjunktur gerecht", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Angesichts der sich abkühlenden Weltkonjunktur setzen viele Experten darauf, dass die Verbraucher mit ihren Ausgaben das Wachstum in Deutschland im kommenden Jahr aufrechterhalten werden. Die Umfrage im Auftrag der EU-Kommission basiert auf rund 2000 Verbraucherinterviews.

Kaufen statt anlegen

Dennoch: Die Konsumenten sind weniger geneigt als im November, sich größere Anschaffungen wie Fernseher oder Möbel zu leisten. Der Indikator verzeichnete ein deutliches Minus von 12,9 Punkten, liegt mit 27,4 Zählern jedoch noch immer auf vergleichsweise hohem Niveau. "Vor dem Hintergrund der verschärften Finanzkrise tendieren die Verbraucher weiterhin dazu, eher werthaltige Anschaffungen zu tätigen, als ihre finanziellen Mittel gegen historisch niedrige Zinsen auf die hohe Kante zu legen", sagte Bürkl.

Die guten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt dürften die Entscheidung für solche kostspieligen Käufe ebenfalls positiv beeinflussen: "Aufgrund der Tatsache, dass sich der Arbeitsmarkt auch im kommenden Jahr günstig entwickeln dürfte, sind auch die Erwartungen der Haushalte an eine bessere Einkommensentwicklung hoch", konstatiert die GfK.

yes/Reuters
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