»Sehr schwierige Phase« Shutdown trifft Einzelhandel hart

Die Corona-bedingten Schließungen belasten die Stimmung der deutschen Verbraucher stark. Das Konsumklima für Januar fällt so trüb aus wie seit einem halben Jahr nicht mehr.
Leere Einkaufsstraße in Essen: Verbraucher rechnen mit niedrigeren Einkommen

Leere Einkaufsstraße in Essen: Verbraucher rechnen mit niedrigeren Einkommen

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Jochen Tack / imago images/Jochen Tack

Handel und Gastronomie sind dicht, meist bleibt nur der Umweg über den Internethandel. Das hat Folgen: Die Verbraucherstimmung im Corona-Shutdown hat sich zum Jahresende weiter stark verschlechtert.

Für Januar prognostizierte das Marktforschungsinstitut GfK einen Wert von minus 7,3 Punkten – das sind noch einmal 0,5 Punkte weniger als im Dezember. Das Konsumklima fällt damit so trüb aus wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Ökonomen hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang auf minus 8,8 Punkte gerechnet, das Barometer basiert auf einer Umfrage unter 2000 Teilnehmern.

»Mit dem harten Lockdown und dem Schließen der meisten Geschäfte hat das Konsumklima einen weiteren Rückschlag zu verkraften«, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Konjunkturerwartungen und die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen legten zwar zu, doch rechnen die Verbraucher mit Abstrichen bei den Einkommen. Die Sparneigung legt im Dezember spürbar zu, wie die Forscher darlegten.

Angst vor Arbeitslosigkeit wächst wieder

Die Verbraucher seien angesichts der Lage und der zu erwartenden härteren Maßnahmen weiterhin verunsichert und dies erkläre die uneinheitliche Entwicklung, erklärte die GfK. Die Schließung vieler Einzelhandelsgeschäfte dürfte in den kommenden Wochen zu spürbar mehr Kurzarbeit führen. »Dies führt bei den betroffenen Beschäftigten zu Einkommenseinbußen«, hieß es. Zudem sei zu befürchten, dass noch mehr Unternehmen insolvenzgefährdet werden könnten. »Dies verstärkt die Angst vor Jobverlust und belastet die Einkommensaussichten.«

In den kommenden Wochen werde auf das Konsumklima »eine sehr schwierige Phase zukommen«, prognostizierten die Forscher. Erst wenn die Corona-Infektionszahlen so spürbar zurückgingen, dass die harten Beschränkungen wieder gelockert werden könnten, sei mit einer Entspannung zu rechnen.

Gastronomie, Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie die meisten Geschäfte bleiben bis mindestens 10. Januar geschlossen. Mit der Aussicht auf den baldigen Einsatz eines Impfstoffes gegen Corona in Deutschland ist die Hoffnung verbunden, dass der private Verbrauch frische Impulse erhalten könnte. Allerdings wird es wohl Monate dauern, bis ein Großteil der Bevölkerung wirksam vor dem Virus geschützt ist.

Die Konjunkturstimmung steigt laut GfK hingegen nach zwei Rückgängen hintereinander um 4,6 Punkte – und klettert auf 4,4 Zähler. Allerdings sind hierbei mögliche Effekte aus dem neuerlichen Shutdown noch nicht berücksichtigt.

apr/Reuters
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