Girokonten im Vergleich Wo Sie die niedrigsten Dispozinsen bezahlen

Kurzfristige Kontoüberziehungen können teuer werden - denn für Dispokredite berechnen die Banken sehr unterschiedliche Sätze. Die Zeitschrift "Finanztest" hat mehr als 1600 Kreditinstitute miteinander verglichen.
Euro-Münze (Symbolbild): Extreme Unterschiede für Dispozinsen zwischen den Banken

Euro-Münze (Symbolbild): Extreme Unterschiede für Dispozinsen zwischen den Banken

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture-alliance/ dpa/dpaweb

Für kurze Zeit das Girokonto im vereinbarten Rahmen überziehen - von dieser Möglichkeit machen viele Verbraucher Gebrauch. Die Flexibilität eines solchen Dispokredits kostet je nach Bank allerdings mehr oder weniger, und die Unterschiede sind extrem. Die Zeitschrift "Finanztest" hat nun die Dispozinsen von 1610 Kreditinstituten in Deutschland ermittelt. Im Vergleich waren sowohl große Banken als auch kleine, regional agierende Sparkassen und Institute.

Das Ergebnis: Die Spannweite bei den Dispozinsen sind enorm. Die höchsten Zinsen für Überziehungen des Girokontos im vereinbarten Rahmen lagen bei 14,75 Prozent, während eine Bank dafür lediglich 6 Prozent Zinsen verlangt. Das heißt, dass Verbraucher für den gleichen geliehenen Betrag mehr als das Doppelte an Kosten aufwenden müssen, wenn sie bei einer teuren Bank sind.

Den Titel der "teuersten Bank Deutschlands" haben sich laut "Finanztest" gleich drei Institute verdient: die Kaltenkirchener Bank, die Volksbank Braunlage und die Sparkasse Münden. Alle drei verlangen mit 14,75 Prozent die höchsten Zinsen für einen Dispokredit. Mit der Targobank folgt eine der großen Banken mit 14,7 Prozent gleich dahinter, weitere 20 Banken verlangen mindestens 14 Prozent.

Solch horrend hohen Dispozinsen müssen jedoch nicht sein - das beweisen eine Handvoll Banken am anderen Ende der Skala: Die Deutsche Skatbank etwa berechnet ihren Kunden für die Kontoüberziehung nur sechs Prozent, die DAB Bank gibt sich mit 6,95 Prozent zufrieden. Allerdings stellen solche Angebote die Ausnahme dar, nicht einmal fünf Prozent der Banken im "Finanztest"-Vergleich nehmen weniger als zehn Prozent Dispozinsen.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zinsen für Dispokredite laut "Finanztest" nicht gestiegen - im Gegensatz zu den maßgeblichen Zinssätzen des Kapitalmarkts: Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Euribor liegen leicht über dem Niveau des vergangenen Jahres. Allerdings ist der Abstand zwischen dem EZB-Leitzins von derzeit 1,5 Prozent und den Dispozinsen seit dem Jahr 2008 auch extrem hoch, laut "Finanztest" immer noch zu hoch.

Für ihren Vergleich hat die Zeitschrift "Finanztest" 1610 Kreditinstitute angeschrieben - das sind alle deutschen Banken, die Gehalts- und Rentenkonten anbieten. Die Tester fragten nach der Höhe der Dispozinsen und nach den Regeln, nach denen die Zinsen erhöht oder gesenkt werden. Die Ergebnisse sind in der Übersicht im Kasten abzulesen.

Dispozinsen