Gebührenflut bei Banken Kostenloses Girokonto - eine Seltenheit in Deutschland

Banken sind kreativ - wenn es um die Erhebung neuer Gebühren geht. Viele kassieren für Leistungen, die bisher kostenlos waren. Heute bieten nur noch 24 Institute Gratiskonten an, zeigt eine Studie.
Banküberweisung

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Foto: Uwe Anspach/ dpa

Immer weniger Banken bieten in Deutschland ein kostenloses Girokonto an. Einer Auswertung der "Stiftung Warentest" zufolge sind es derzeit noch 24 Institute, die Gratiskonten ohne Bedingungen offerieren. Die Untersuchung  wurde kürzlich fertiggestellt. Zum Vergleich: Vor einem halben Jahr waren es noch 33.

Laut der Verbraucherorganisation ist der Trend eindeutig: Die Preise für die Kontoführung werden auch 2017 weiter steigen. Banken würden nun auch für Leistungen kassieren, die bisher gratis waren.

Die Zeitschrift "Finanztest" der Stiftung Warentest hatte im Sommer 2016 bei 104 Banken die Preise von 241 Kontomodellen untersucht. 33 davon waren zu diesem Zeitpunkt Gratiskonten ohne Einschränkungen. Angeboten wurden sie von Direktbanken ohne Filiale, regionalen Banken und zwei überregionalen Filialbanken. Mittlerweile ist die Zahl der Gratiskonten auf 24 gesunken.

Kostenlose Girokonten

Bank Bundesweites Angebot Jahrespreis für Online-Kontoführung (Euro)
1822direkt GiroSkyline ja 0,00
Comdirect Bank Girokonto ja 0,00
Consorsbank Girokonto ja 0,00
Deutsche Skatbank Trumpfkonto ja 1,85
Edekabank Edeka-Konto ja 0,00
ING-DiBa Girokonto ja 0,00
Netbank Privatgirokonto ja 0,00
Norisbank Top-Girokonto ja 0,00
PSD Braunschweig GiroDirekt nein 0,00*
PSD Hessen-Thüringen GiroDirekt nein 0,00
PSD Karlsruhe-Neustadt GiroDirekt nein 0,00
PSD Kiel GiroDirekt nein 0,00*
PSD Koblenz GiroDirekt nein 0,00
PSD Köln GiroDirekt nein 0,00
PSD München GiroDirekt nein 0,00*
PSD Niederbayern-Oberpfalz GiroDirekt ja 0,00
PSD Nürnberg GiroDirekt nein 0,00*
PSD RheinNeckarSaar GiroDirekt nein 0,00
PSD Rhein-Ruhr GiroDirekt nein 0,00
Santander Bank 1 2 3 Girokonto ja 0,00
Santander Consumer Bank Girokonto Kombi ja 0,00
Sparda Hessen Giro nein 0,00
Südwestbank GiroOnline nein 0,00
Wüstenrot Bank Top Giro ja 0,00
*Es gibt Buchungen, die ab einer bestimmten Anzahl bepreist werden
Quelle: Stiftung Warentest

Als Beispiel für ein Geldhaus, das Gebühren neu eingeführt hat, nennt Warentest unter anderem die BBBank. Das Institut werde ab 1. Februar 2017 für Überweisungen auf Papier 1,50 Euro berechnen und den Jahrespreis der Kreditkarte von 19,90 Euro auf 25 Euro anheben. Weiteres Beispiel ist die VR Bank Ostholstein Nord Plön, die für eine Girocard nun 5 Euro pro Jahr nimmt.

Zu den Geldhäusern, bei denen die höheren Gebühren schon seit Januar 2017 gelten, zählt unter anderem die Sparda-Bank Münster. Statt des bislang kostenlosen Kontos habe der Kunde nun die Wahl zwischen drei Kontomodellen. Beim Modell Giro Online falle zwar kein Grundpreis an, aber jede Überweisung auf Papier koste 3,50 Euro. Für das Gehaltskonto Giro Flex berechne die Bank 3,99 Euro im Monat, inklusive aller Buchungen, wie auch beim Konto Giro Basis für monatlich 5,99 Euro. Letzteres zielt auf Privatpersonen ohne Lohn-, Gehalts- oder Rentenzahlung. Sie können es online oder beleghaft zum monatlichen Festpreis nutzen.

Laut Warentest sind 60 Euro im Jahr die Obergrenze für ein Girokonto inklusive Girocard und Onlinebuchungen. Dieser Preis sei akzeptabel für die Abwicklung von Buchungen, je nach Bank das Bereitstellen von Geldautomaten, Beratung sowie sicherer Technik fürs Onlinebanking. Diese Grenze können auch Banken mit Filialen unterbieten.

msc
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