"Goldener Windbeutel" Wer wirbt mit den dreistesten Slogans?

Zu süß, zu fett, zu viele Zusatzstoffe: Die Verbraucherorganisation Foodwatch nominiert fünf Produkte für den "Goldenen Windbeutel", den Schmähpreis für die dreisteste Werbeaussage des Jahres. Die Kandidaten.
Windbeutel-Kandidaten 2018

Windbeutel-Kandidaten 2018

Foto: foodwatch

"Du bist, was du isst", heißt es - und das hat manchmal ziemlich wenig mit dem zu tun, was in großen Buchstaben auf den Verpackungen steht. Was wirklich dran ist an den Werbeversprechen der Hersteller, entlarvt häufig erst die Zutatenliste. Fünf Produkte, die die Verbraucher aus ihrer Sicht besonders unverschämt getäuscht haben, hat die Verbraucherorganisation Foodwatch nun für ihren Schmähpreis der dreistesten Werbeaussage, den "Goldenen Windbeutel", nominiert.

Mehr als hundert Produkte wurden zuvor über die neue Foodwatch-Beschwerdeplattform www.schummelmelder.de  eingereicht. Noch bis Anfang Dezember besteht nun unter www.goldener-windbeutel.de  die Möglichkeit, darüber abzustimmen, welches Produkt den Schmähpreis verdient hat. Der "Goldene Windbeutel" wird dem Gewinner anschließend an dessen Firmensitz verliehen - falls der Hersteller ihn annimmt. Bisher lehnten alle Unternehmen ab. Im vergangenen Jahr die Firma Alete, die für einen überzuckerten Kinderkeks ausgezeichnet werden sollte.

Foodwatch will mit der Aktion auf die "alltägliche Verbrauchertäuschung" der Lebensmittelindustrie aufmerksam machen. Selbst wenn Verbraucher bewusst einkaufen wollten, werde ihnen dies durch die Aufmachung und Beschreibung der Produkte zu oft erschwert, so Foodwatch. Auch Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Verbraucherschutz, sei bislang vor allem durch ihren "Kuschelkurs gegenüber der Lebensmittelwirtschaft" aufgefallen, der den Schwindel toleriere, kritisieren die Verbraucherschützer.

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Schmähpreis: Das sind die "Windbeutel"-Kandidaten

Foto: foodwatch

Foodwatch vergibt den "Goldenen Windbeutel" dieses Jahr zum achten Mal. Die Verbraucherorganisation will mit der Onlinewahl und der anschließenden Preisverleihung nach eigenen Angaben darauf aufmerksam machen, wie Produzenten mit ihren Beschreibungen tricksen und täuschen - und sich für eine bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln einsetzen.