Greenpeace-Untersuchung Fischprodukte mangelhaft gekennzeichnet

Fisch in deutschen Supermärkten ist einer Greenpeace-Untersuchung zufolge unzureichend gekennzeichnet: Nur auf jedem Vierten der 15.000 getesteten Artikel stehen demnach alle Angaben. Nur etwas mehr als ein Fünftel der Fischprodukte stammt aus nachhaltiger Fischerei und Aquakultur.

Vorbildlich beschriftet wie selten: Namen der Art, Fanggebiet und Fangmethode
DPA

Vorbildlich beschriftet wie selten: Namen der Art, Fanggebiet und Fangmethode


Hamburg - Die in deutschen Einkaufstheken- und regalen erhältlichen Fischprodukte sind einer Greenpeace-Studie zufolge nicht ausreichend gekennzeichnet. Nur knapp ein Viertel von 15.000 untersuchten Artikeln informiere über den deutschen und lateinischen Artnamen, das Fanggebiet und die Fangmethode. Das sei zwar eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu 2010 von acht auf 24 Prozent, sagte Greenpeace-Fischereiexpertin Iris Menn am Montag. Die Eigenmarkenprodukte der Handelsketten seien allerdings besser gekennzeichnet als Markenprodukte.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit ließe das Fischsortiment zu Wünschen übrig. 22 Prozent der untersuchten Produkte stamme aus ökologisch nachhaltiger Fischerei, sagte Menn. Das sei zu wenig, um die Bestände zu schützen. Greenpeace hatte von Juli bis August bundesweit in 91 Filialen von 17 Unternehmen das Fischsortiment untersucht, also alle Produkte aus Tiefkühl-, Frischfisch- und Kühltheke sowie Dosenregal.

Damit die Verbraucher die ökologisch nachhaltigen Produkte erkennen können, müssten diese vollständig gekennzeichnet sein. Greenpeace fordert, dass auf der Verpackung neben dem deutschen und lateinischen Artnamen, das spezifische Fanggebiet und die Fangmethode sichtbar sein müssen. Gleiches gilt für die Aquakulturen: Hier müssen das Herkunftsland, die Region der Farm und die Zuchtmethode vermerkt sein.

Greenpeace nimmt seit sieben Jahren Stichproben und will den Lebensmittelhandel so zu mehr Verantwortung zum Schutz der Fischbestände drängen. Wie wichtig das Engagement des Lebensmittelhandels den Umweltschützer zufolge ist, zeige sich bei der Vergabe der Fischfanquote, über die die EU-Fischereiminister am Montag und Dienstag entscheiden. Nach der im Juni verabschiedeten Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik dürfen die Fangquoten ab 2014 nicht über den wissenschaftlichen Empfehlungen liegen. Das muss laut Greenpeace nun umgesetzt werden, damit mehr ökologisch nachhaltige Produkte in den Handel gelangten.

nck/dpa

insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
cola79 16.12.2013
1. Interessiert mich überhaupt nicht
Ich bin auch Verbraucher, aber mich interessiert beim Fisch die Herkunft überhaupt nicht, nur aus dem Wasser sollte er kommen. Und mehr als eine eventuelle Zutatenliste brauche ich auf der Verpackung ebenfalls nicht, kein Bedarf an Nährwerttabellen oder sonstigem Infomaterial für Essgestörte, oder die, die es noch werden sollen. Ich finde es auch schade, dass hierzulande mehr und mehr alles zur Geisel von irgendwelchen Weltverbesserern wird, die für sich in Anspruch nehmen, "Verbraucher" zu vertreten. Meckern können sie ja alle ganz toll, aber da sie ja alles wissen, wundert doch, dass sie so gönnerisch sind, und nicht längst den Markt mit eigenproduzierten, perfekten Produkten an sich gerissen haben...
OliverKönig 16.12.2013
2. Aquakultur ist Massentierhaltung
Aquakultur ist Massentierhaltung, das kann auch nicht die Lösung sein. Nachhaltige Fischerei ist das einzige, was die Meere noch retten kann. Ansonsten seh ich für die Meere schwarz. Das maritime Ökosystem wird kippen, dann versauern die Ozeane (ist jetzt schon der Fall), dann werden die Meere giftig, und kurze Zeit später geht's auch den Landlebewesen an den Kragen. Wenn dann die Ökosysteme der Luft und des Landes kippen, wird die Atmosphäre auch nicht mehr allzu lange halten, es wird keine oder nicht mehr genügend sauerstofferzeugende Pflanzen geben, die Atmosphäre wird zunehmend instabil und dann nach und nach ins All entweichen. Nicht mehr lange, dann sieht's hier aus wie auf dem Mars.
mundusvultdecipi 16.12.2013
3. Ich..
Zitat von cola79Ich bin auch Verbraucher, aber mich interessiert beim Fisch die Herkunft überhaupt nicht, nur aus dem Wasser sollte er kommen. Und mehr als eine eventuelle Zutatenliste brauche ich auf der Verpackung ebenfalls nicht, kein Bedarf an Nährwerttabellen oder sonstigem Infomaterial für Essgestörte, oder die, die es noch werden sollen. Ich finde es auch schade, dass hierzulande mehr und mehr alles zur Geisel von irgendwelchen Weltverbesserern wird, die für sich in Anspruch nehmen, "Verbraucher" zu vertreten. Meckern können sie ja alle ganz toll, aber da sie ja alles wissen, wundert doch, dass sie so gönnerisch sind, und nicht längst den Markt mit eigenproduzierten, perfekten Produkten an sich gerissen haben...
..bin auch Verbraucher und mich interessiert Ihre unqualifizierte Meinung überhaupt nicht.Meckern können Sie auch woanders!
Dr. Heisenberg der zweite 16.12.2013
4. Wer sich cola79 nennt, hat verpennt
Genau dank Leuten wie Ihnen geht die Welt vor die Hunde, eigenproduzierte ware die nachhaltig, grün und gesund ist, kann sich mit dem gierigen profit nicht messen, welchen Sie unterstützen.
Creedo! 16.12.2013
5. Hä?
---Zitat--- Nur knapp ein Viertel von 15.000 untersuchten Artikeln informiere über den deutschen und _lateinischen Artnamen_, das Fanggebiet und die Fangmethode. ---Zitatende--- Beim Lebensmittelkauf schaue ich auf den Preis und evtl. auf Inhaltsstoffe. Obwohl ich ja in den seltensten Fällen den Packungsaufdruck aller Verpackungen aller Lebensmittel, die ich kaufe, durchlese. Auf dem Frischemarkt können die Marktmänner oder Marktfrauen eh Nichts über Inhaltsstoffe sagen oder dokumentieren bzw. die Herkunft nachweisen (erzählen können die mir ja viel). Was mich aber wirklich nicht interessiert, ist die Familiengeschichte meiner Lebensmittel. Wenn ich eine Orange kaufe, interessiert es mich nicht ob die Vollwaise oder Frucht eines alleinerziehenden Orangenbaumes ist oder aus einer Patchworkplantage stammt. Es ist mir auch egal ob die Orange zu einer Baumschule gegangen ist oder ob sie Blütenarbeit hat leisten müssen. Ich glaube auch nicht, dass mir ein Verkäufer oder eine Verkäuferin weiter helfen kann, wenn ich nach einer citrus sinensis latin frage. Im Grunde will ich die Orange essen und nicht adoptieren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.