Handy-Telefonate ins Ausland Kroes will Roaming-Gebühren bis 2016 abschaffen

"Das Ende des Roamings ist nahe": Laut einem Medienbericht hat EU-Kommissarin Neelie Kroes einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der das Telefonieren im Ausland erst billiger machen und die Zuschläge bei Handy-Telefonaten schließlich ganz abschaffen soll.
EU-Kommissarin Neelie Kroes: "Das Ende des Roamings ist nahe."

EU-Kommissarin Neelie Kroes: "Das Ende des Roamings ist nahe."

Foto: Olivier Hoslet/ dpa

Brüssel - Nun also doch: EU-Kommissarin Neelie Kroes will Handy-Telefongespräche im Ausland billiger machen. Mobilfunkanbieter sollen ihre Roaming-Gebühren bis Juli 2016 schrittweise aufgeben, berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf einen entsprechenden Verordnungsentwurf. Kroes hegt diesen Plan schon seit mehr als einem Jahr, zuletzt hatte es aber Zweifel daran gegeben, ob sie sich damit gegen den Widerstand der Mobilfunk-Anbieter durchsetzen kann.

Nach dem jetzigen Entwurf sollen die Mobilfunkanbieter künftig untereinander kooperieren, statt teure Gebühren zu erheben. Die existierenden Roaming-Gebühren müssten zudem bis 2014 erneut sinken. Für eingehende Gespräche dürften sie gar nicht mehr erhoben werden. Laut Papier will Kroes das durch einen "freiwilligen Mechanismus" für die Telekom-Unternehmen erreichen.

Außerdem will sie den Wettbewerb unter den Anbietern erhöhen. Konkurrierende Firmen sollen bei Grenzübertritt per SMS Angebote für Kurzzeitverträge mit Inlandstarifen machen können. Heimische Unternehmen würden so gezwungen, auf Auslandsgebühren zu verzichten.

Kundenverlust als Druckmittel

Kroes ist überzeugt, dass ihr Konzept funktioniert. "Das Ende des Roamings ist nahe." Allgemein will die EU-Kommissarin die Konditionen für Mobilfunkkunden verbessern. So soll es keine Erstvertragsbindung über 24 Monate hinaus mehr geben, die Anbieter sollen verpflichtet werden, auch Einjahresverträge vorzusehen.

Darüber hinaus schreibt der Entwurf vor, dass ein Festnetzanruf zwischen EU-Staaten im Normalfall nicht mehr kosten darf als eine Fernverbindung innerhalb des eigenen Landes. Internet-Provider sollen zudem zuverlässigere Angaben etwa über die tatsächliche erreichte Übertragungsgeschwindigkeit machen.

Über den Gesetzesentwurf für den Telekom-Markt will dieEU-Kommission in der kommenden Woche beraten. Unter dem Druck der EU sinken seit Jahren die Roaming-Gebühren in Europa. Erst im Juli waren die Preise gedeckelt worden. Ein Anruf aus dem europäischen Ausland kostet seitdem maximal 24 statt zuvor 29 Cent pro Minute (ohne Mehrwertsteuer).

gam/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.