Putzpartikel in Colafläschchen Haribo muss Mann Schmerzensgeld zahlen

Beim Biss in ein Haribo-Fruchtgummi zersplitterte sich ein 44-jähriger Mann zwei Zähne - nun stehen ihm laut einem Gerichtsurteil Schmerzensgeld und Schadensersatz zu. In dem Colafläschchen befanden sich einem Gutachter zufolge harte Partikel von Wand- oder Deckenputz.
Colafläschchen-Fruchtgummi von Haribo: Schmerzhafter Biss

Colafläschchen-Fruchtgummi von Haribo: Schmerzhafter Biss

Foto: Martin Gerten/ dpa

Hamm - Dieser Genuss führte zum Zahnarzt und dann vor Gericht: Der Süßwarenhersteller Haribo muss einem Mann Schmerzensgeld und Schadensersatz zahlen, weil er auf etwas Hartes in Fruchtgummi gebissen und sich so zwei Zähne zersplittert hat. Das Oberlandesgericht in Hamm verurteilte das Bonner Unternehmen am Donnerstag zur Zahlung von 2000 Euro an den Kläger. Außerdem muss Haribo die Kosten für die Zahnbehandlung übernehmen.

Der 44-Jährige aus Bielefeld hatte bei einem Sommerfest ein Colafläschchen gekaut und sich dabei die Zahnschäden zugezogen. Einem Gutachter zufolge handelte es sich bei dem harten Teil in dem Fruchtgummi um Putzpartikel von einer Wand oder Decke.

Haribo hatte bestritten, dass die Fremdstoffe bei der Produktion in das Fruchtgummi gelangt sein könnten. Der Süßwarenhersteller vermutete, dass die Klümpchen bei dem Sommerfest hineingelangt seien. Der Gutachter widersprach vor Gericht: Dass die Partikel und ihre Poren von der Gelatine komplett umhüllt gewesen seien, sei ein klarer Beleg dafür, dass die Stoffe während der Produktion und nicht später ins Naschwerk gekommen seien.

In der mündlichen Verhandlung wiesen Richter und Gutachter darauf hin, dass es in der Lebensmittelproduktion keine hundertprozentige Sicherheit gebe. "Die Firmen sagen uns immer, es kann nicht sein, dass etwas bei der Herstellung in die Produkte gelangt. Aber trotz gut überwachter Produktionsketten passiert es eben doch immer wieder", erläuterte der Vorsitzende Richter.

Haribo zeigte sich in der mündlichen Verhandlung nicht überzeugt. Der Anwalt des Unternehmens sagte, es bestünden zudem ohnehin noch Zweifel daran, ob das Colafläschchen wirklich von Haribo sei. Dem Gutachter zufolge ist das strittige Fruchtgummi dem zum Vergleich herangezogenen Colafläschchen von Haribo aber sehr ähnlich.

Aktenzeichen: I-21 U 64/12

fdi/dpa/AFP
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