Studie des Umweltbundesamts Deutsche mustern Haushaltsgeräte früher aus

Haushaltsgeräte werden in Deutschland laut einer Studie im Schnitt nur noch zwölfeinhalb Jahre genutzt. Das liegt nicht nur an den Produkten: Zwar gehen viele schnell kaputt, doch viele Konsumenten haben auch eine Wegwerfmentalität.
Entsorgte Bildschirme und Drucker: Unterhaltungselektronik fliegt schnell raus

Entsorgte Bildschirme und Drucker: Unterhaltungselektronik fliegt schnell raus

Foto: Stefan Sauer/ dpa

Die Lebensdauer der in Deutschland genutzten Haushaltsgeräte nimmt ab. Laut einer Untersuchung des Umweltbundesamts entsorgten Verbraucher Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühlschränke, Trockner und Herde in den Jahren 2012/2013 nach 12,5 Jahren Nutzung. Im Jahr 2004 blieben solche Geräte im Schnitt noch 13,5 Jahre im Haushalt.

Die schnellere Entsorgung hängt laut der Untersuchung einerseits damit zusammen, dass die Geräte schneller kaputtgehen. Zum anderen tendierten aber immer mehr Menschen dazu, ein noch funktionstüchtiges Gerät auszumustern, um sich ein besseres Modell zuzulegen.

Eine solche Wegwerfmentalität sehen die Forscher bei den Deutschen, wenn es um Mode, Handys oder Unterhaltungselektronik geht. Im Jahr 2012 nutzten Erstbesitzer ihre TV-Flachbildschirme im Schnitt 5,6 Jahre, bevor sie sich ein neues Gerät kauften. In den meisten Fällen wurde der Bildschirm nicht wegen eines Defekts ersetzt. Laut Umweltbundesamt tauschten die Besitzer in 60 Prozent der Fälle ihre Flachbildschirme aus, obwohl sie noch funktionierten.

Doch auch die Qualität der Geräte hat die Behörde im Blick. Kritisch bewertet das Umweltbundesamt, dass der Anteil an defekten Großgeräten, die nach weniger als fünf Jahren ausgetauscht werden mussten, von 3,5 Prozent auf 8,3 Prozent stieg.

mmq/dpa