Zur Ausgabe
Artikel 55 / 88
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

»Der Geldbeutel wird enger« Experten erwarten Ende des Immobilienbooms

Steigende Energiekosten und höhere Zinsen sorgen dafür, dass Wohnen immer teurer wird. Eine Bundesbehörde rechnet deshalb mit sinkenden Miet- und Kaufpreisen.
aus DER SPIEGEL 17/2022
Wohnhäuser in Hannover: »Die Nachfrage könnte über Nacht kollabieren«

Wohnhäuser in Hannover: »Die Nachfrage könnte über Nacht kollabieren«

Foto: Rust / IMAGO

Nach über einem Jahrzehnt könnte sich der Trend zu steigenden Wohnungspreisen  in Deutschlands Metropolen und großen Städten abrupt umkehren. Von »deutlich stagnierenden Elementen« spricht das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. »Der Boom mit immer weiter steigenden Preisen für Miet- und Eigentumswohnungen in den Städten ist vorbei«, sagt Referatsleiter Matthias Waltersbacher.

Die Menschen seien einfach nicht mehr bereit und vor allem nicht in der Lage, noch mehr Geld für Wohnraum zu bezahlen. Mit Corona, Ukrainekrieg und steigenden Energiekosten sei »ziemlich viel zusammengekommen« in den vergangenen zwei Jahren: »Der Geldbeutel wird enger, die Nebenkosten steigen wieder deutlich an.« Dadurch gebe es weniger Nachfrage bei hohen Kaltmieten, die Preise würden nachgeben.

Ein Experte der Deutschen Bank Research rechnet ebenfalls mit einem baldigen Ende der Häuser-Hausse , womöglich bereits im Jahr 2024. Der Grund liege auch darin, dass professionelle Investoren künftig bei höheren Zinsen – befeuert durch die Inflation – wieder verstärkt auf Anleihen statt auf Immobilien setzten.

»In dem Moment, in dem Anleihen wieder attraktive Renditen abwerfen, könnte die Nachfrage nach Wohnimmobilien praktisch über Nacht kollabieren«, schreibt Volkswirt Jochen Möbert in einer Studie für das Finanzinstitut. Er rechnet zwar nicht mit einer »massiven Korrektur«, zumindest aber mit einem verhaltenen Preisrückgang.

Aus: DER SPIEGEL 17/2022

Die Schatten der Vergangenheit

Bundeskanzler Olaf Scholz wehrt sich im SPIEGEL-Gespräch gegen den Vorwurf, der Ukraine nur halbherzig zu helfen. Doch seine Partei steht vor den Trümmern ihrer Russlandpolitik und verweigert die Aufarbeitung der Fehler im Umgang mit Wladimir Putin.

Lesen Sie unsere Titelgeschichte, weitere Hintergründe und Analysen im digitalen SPIEGEL.

Zur Ausgabe
sbo/hej
Zur Ausgabe
Artikel 55 / 88
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.