Neue Marktdaten Heizkosten steigen drastisch trotz milden Winters

Laut neuen Daten des Vergleichsportals Verivox zahlen Menschen mit Ölheizungen rund 73 Prozent mehr als im vorigen Winter. Wer mit Gas heizt, kommt besser weg – allerdings steigen die Preise immer noch weiter.
Thermostat einer Heizung

Thermostat einer Heizung

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Die Kostenbelastung durch die Energiekrise wird immer größer – obwohl das Wetter bisher vergleichsweise mild ausfällt. Der Heizbedarf habe von September bis Januar ein Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums gelegen, teilte das Vergleichsportal Verivox mit . Dennoch seien die Heizkosten drastisch höher ausgefallen, insbesondere bei Verbraucherinnen und Verbrauchern mit Ölheizung.

Verivox bezifferte die Kostensteigerung für Heizölkunden auf derzeit 73 Prozent. Das entspricht Mehrkosten von rund 383 Euro pro Jahr. Die Heizölpreise in Deutschland sind eng gekoppelt an die Entwicklung auf dem Weltmarkt. Nach der Coronadelle ist die globale Nachfrage nach Öl regelrecht nach oben geschossen und hat die Ölpreise auf die Höchststände von 2014 getrieben. Die für Europa wichtige Rohölsorte Brent legte in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 60 Prozent zu. Seit dem Preistief im April 2020 hat sich der Ölpreis beinahe versechsfacht.

Auch Gaskunden bleiben von Kostensteigerungen nicht verschont. Eine Familie mit Gasheizung bezahlte für ein warmes Zuhause in dieser Heizperiode bisher durchschnittlich 895 Euro. Die Heizkosten für die Monate September bis Januar stiegen damit im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent. Die Gasrechnung fällt damit schon jetzt rund 96 Euro höher aus. Und ein Abflachen der Preiskurve sei derzeit nicht erkennbar, warnte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. »Vielen droht in den kommenden Monaten eine hohe Nachzahlung.«

Gasversorger müssen derzeit deutlich höhere Beschaffungskosten tragen als noch vor einem Jahr. Der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erhobene Importpreis für Erdgas stieg im Jahresvergleich um 217 Prozent. Dieses Preisplus im Großhandel erreicht am Ende auch die privaten Haushalte.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes waren die zurückliegenden Herbst- und Wintermonate fast durchgängig zu warm. Zwischen September 2021 und Januar 2022 ist der Heizbedarf dementsprechend gesunken: Ein Musterhaushalt im Einfamilienhaus musste im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund ein Prozent weniger Heizenergie aufwenden.

ssu/AFP
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